Di

02

Jun

2015

Stellenbosch im Regen

Es sieht so aus, als Afrika uns die Abreise leicht machen wollte. Seit Tagen ist es kalt, im Moment regnet es auch noch und ist stürmisch. Unsere Camping-Übernachtungen haben wir inzwischen komplett eingestellt. Selbst mit einem wärmendem Lagerfeuer und einem excellenten Brandy im Becher sind die Abende zu ungemütlich. Nachdem wir einige schöne Wanderungen in den Cederbergen unternommen haben, sind wir inzwischen wieder im Wine-Land nördlich von Kapstadt. Wir haben Weingüter besucht, und konnten der Versuchung nicht wiederstehen, kombinierte Weinproben zu machen: Wein mit Käse, oder aber auch Wein mit Biltong (gewürztes, kleingeschnittenes, luftgetrocknetes Fleisch),. Ausserdem gibt es hier hervorragende Brandys, Sherry, Süssweine, so dass es uns nicht langweilig werden dürfte. Dennoch vermissen wir die Abende am Lagerfeuer, über uns der Sternenhimmel und hinter uns der Landcruiser mit Dachzelt. Am Wochenende werden wir meine Tochter Sofie treffen, die noch in Kapstadt lebt, und dann müssen wir das Auto am Montag für die Containerverschiffung abgeben. Und dann werden wir - wie schon einmal vor 6 Monaten - dem schmuddeligen Winterwetter entfliehen und in den Sommer jenseits des Äquators fliegen.

Rotwein mit Biltong
Rotwein mit Biltong
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So

17

Mai

2015

Am Orange River

Ich sitze im Richtersveld Nationalpark und schaue auf den träge vorbeifließenden Orange River. Wir waren am Fish River Canyon, dem zweit größten Canyon der Erde nach dem Grand Canyon in den USA. Wir haben die spektakuläre Landschaft in der Abenddämmerung erlebt, und am nächsten Morgen ganz alleine auf der Aussichtsplattform unser Frühstück genossen. Danach haben wir in den heißen Quellen von Ai Ais gebadet, und sind gestern wieder nach Südafrika eingereist. Während ich die Gebühren für die kleine Fähre beglichen habe, hat Tina die Einreiseformalitäten beim Zoll erledigt. Mit der ihr eigenen Mischung aus Charm und Naivität hat sie es geschafft, dass wir nochmals 4 Wochen in Südafrika bleiben können. Bis zuletzt waren wir unsicher, ob eine neuerliche Einreise möglich sei oder nicht. Die Vorschriften hatten sich im letzten Sommer geändert, und jeder hat uns etwas anderes erzählt. Jetzt haben wir also genügend Zeit, um uns auf dem Weg nach Kapstadt noch ein bisschen um zu schauen, meine Tochter Sofie in Kapstadt zu besuchen, und das Auto für die Containerverschiffung vorzubereiten. Gestern hat uns eine steile felsige Piste durch das Gebirge an den Orange River geführt, wo wir einen traumhaften Campingplatz fanden. Insgesamt waren nur 4 Camps belegt, und wir haben Lothar und Ellen kennengelernt, mit denen wir einen red- und weinseligen Abend verbracht haben. Heute morgen sind wir nur 10 Kilometer am Fluß entlang gefahren, durch tiefen Sand und über spitzes Geröll bis zu dem Platz, an dem ich jetzt sitze. Vorhin habe ich an unserem Auto die Vorder- und Hinterräder getauscht. Die Namibianischen Pisten haben unser Reifenprofil gerade zu gefressen und die hinteren Reifen haben fast nichts mehr drauf. Bis Kapstadt wird es aber sicherlich noch funktionieren. Dann habe ich eine wunderbar kalte Dusche genommen. Nachdem ich diese Zeilen beendet habe, werde ich in unserem südafrikanischen Potjie Dreibein Topf ein Brot über offenem Feuer backen, und danach einen Eintopf zubereiten. Die Bierdosen in der Kühltasche sind sicherlich noch einigermaßen kühl, so dass einem gemütlichen Abend am Lagerfeuer unter afrikanischem Sternenhimmel mit dem Rauschen des Flusses im Hintergrund nichts im Wege stehen dürfte. Was will man mehr? Langsam spüren wir eine gewisse Wehmut, da die Reise sich unwiederruflich dem Ende nähert. Andererseits sind wir so voller Eindrücke, Geschichten und Abenteuer, dass wir garnicht weiterreisen wollen.Wir brauchen jetzt ein wenig Zeit, damit sich das Erlebte setzen kann. Wir sind der Meinung, dass eine Weiterreise irgendwann auch wieder zum Alltag würde, die Spannung nach ließe. Also freuen wir uns auf Zuhause, auf unsere Familien und Freunde, auf unser Häuschen und auf die Aufgaben, die auf uns warten.

Frühstück am Fish River Canyon
Frühstück am Fish River Canyon
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Di

12

Mai

2015

Mal wieder ein paar Bilder

Sossusvlei, von der großen Düne (380 m) aus gesehen
Sossusvlei, von der großen Düne (380 m) aus gesehen
Dünenmeer um uns herum
Dünenmeer um uns herum
Die toten Bäume im Sossusvlei
Die toten Bäume im Sossusvlei
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Do

07

Mai

2015

Vollmond über der Wüste

Von Opuwo fahren wir an die angolanische Grenze an den Kunene River. Dieser stürzt sich in Epupa tosend in eine tiefe Schlucht. Unser Camp ist direkt oberhalb der Fälle, und wir beobachten die Gischt-Wolken, die es nach oben treibt. Unterhaltungen können allerdings nur mit erhobener Stimme geführt werden, die Lautstärke des Wassers ist enorm. Zurück in Opuwo nehmen wir nochmals richtig Vorräte auf.Wasser und Lebensmittel für eine Woche und zusätzliche 45 Liter Sprit in Kanistern. Mindestens 5 Tage soll unsere Tour durch das Himbaland im Kaokoveld über einsame Offroad Pisten führen. 80 km nach Abfahrt bemerke ich, dass das Hinterachsdifferential tropft, und zwar stark. Wir haben weder Öl zum Nachfüllen noch Dichtungsmasse zum Reparieren dabei. Das Risiko ist uns zu hoch, wir kehren um. Wieder einmal erleben wir herzliche Gastfreundschaft und schnelle selbstlose Hilfe, dieses Mal bei Marius und Lotti am Camp Aussicht. Unter den Anweisungen von Marius dichte ich das Differential und bin mächtig stolz. Unsere Tour in das Kaokoveld wird jetzt etwas kürzer ausfallen. Dennoch wird es wieder einmal extrem spektakulär. Es geht durch Fels-, Schotter- und Kieswüste. Wir übernachten in Sanddünen an einem Flussbett, dem wir dann auch später folgen. Für uns extrem ungewohnt nutzen die Namibianer ausgetrocknete Flussläufe als Verkehrswege. Jetzt kurz nach der Regenzeit sind zwar immernoch kleine Wasserläufe oder tiefmatschige Stellen, die dann eben am Ufer umfahren werden. Für jeden Offroad-Enthusiasten und Landschaftsliebhaber ein Genuß. Immer wieder glauben wir, eine Stelle niemals bewältigen zu können, aber unser Landcruiser baggert sich überall durch, das Flußbett rauf und runter. Wir sehen nicht nur Antilopen, sondern auch Giraffen, Zebras und irgendwann sogar die seltenen Wüstenelefanten. Diese sind um einiges kleiner als ihre normalen Verwandten, und man hatte uns erklärt, dass sie dieses Jahr schon viel weiter im Norden seien. Zuerst sehen wir nur einzelne Exemplare und dann eine kleine Herde im ausgetrockneten Flussbett sich mit Sand bewerfen. Wir kommen bis auf wenige Meter an ihnen vorbei, sie lassen sich durch uns nicht stören. Nach den einsamen Pisten des Kaokovelds geht es über genauso einsame Pisten des Damaralands. Vorbei an versteinerten Baumstämmen und einem ¨verbrannten¨ Berg geht es in einen erloschenen Vulkankrater. In dieser ausgetrockneten Mondlandschaft verbringen wir eine Vollmondnacht. Wir sitzen am Lagerfeuer unter dem endlosen afrikanischen Himmer, trinken kaltes Dosenbier und genießen die angenehmen Nachttemperaturen. Es heißt, dass tagsüber im Krater selbst im Winter Temperaturen über 35 Grad herrschen, so dass wir das Zentrum in den frühen Morgenstunden durchfahren. Dennoch, es ist heiß, die Strecke ist anspruchsvoll, und wir sind froh, als wir um die Mittagszeit den Kraterrand wieder erreichen und uns ab jetzt nur noch abwärts Richtung Küste bewegen. Wenige Kilometer später erfasst uns dann wieder der Temperaturschock. Von knappen 40 kühlt es an der Küste auf wenig über 20 Grad ab. Wir packen unsere Pullover aus und zwängen unsere Füsse seit Wochen wieder in festes Schuhwerk. Und wir besuchen die Robbenkolonie von Cape Cross. Hier leben bis zu 250.000 Robben (mehr als Einwohner in Windhoek!) und man kommt ihnen sehr nah. Auf einem Holzsteg läuft man zwischen den Tieren durch, die sich durch die wenigen Besucher nicht im Geringsten stören lassen. Sie sonnen sich, baden, streiten, watscheln zum Meer oder kommen vom Beutegang aus dem Meer zurück. Die Luft ist vom lauten Rufen der Jungtiere nach ihren Müttern und deren Antwort erfüllt, und vom infernalischen Robben-Gestank. Dennoch können uns von dem tierischen Treiben kaum losreißen. Jetzt sind wir wieder in Swakopmund, legen einen Tag Pause ein, bevor wir uns in den Süden Namibias aufmachen. Ab jetzt führt unser Weg kontinuierlich nach Süden, Richtung Kapstadt und damit dem Endpunkt unserer Reise entgegen. Dies lässt uns einerseits schon ein bisschen wehmütig werden, andererseits gibt es bis dahin sicherlich noch viel zu sehen und zu erleben. Und darauf freuen wir uns nach wie vor. Ihr werdet davon lesen!

Wir sehen die Gischt der Wasserfälle von unserem Campingplatz aus
Wir sehen die Gischt der Wasserfälle von unserem Campingplatz aus
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Mo

27

Apr

2015

Straße oder Flußbett?

In Otjiwarango besuchen wir Alex auf seiner Gästefarm. Wir hatten ihn in Maun, Botswana, kennengelernt. Er ist Tourguide in Namibia und wir waren uns sofort sympathisch, so dass wir den kleinen Umweg nach Otjiwarango gerne in kauf genommen haben. Auf dem wunderschönen Camp der Weaver Rock Gästefarm haben wir dann auch gleich zwei Nächte verbracht und haben gemiensam mit Alex unsere Route in den Norden Namibias geplant. Er ist ein absoluter Namibia Fan und kennt sich wirklich sehr gut aus. Dementsprechend hat er uns einige 4x4 Routen empfohlen, die weder im Reisehandbuch noch in der Karte verzeichnet sind. Die Routen sind zwar sehr abgelegen und anspruchsvoll, aber er meinte, wir wünrden das schon schaffen. Zur Sicherheit schenkt er uns einen zwar schon stark gebrauchten, aber nicht porösen Ersatzreifen. Unserer war zwar noch gut im Profil, hatte aber Altersrisse in den Flanken, und ich hatte schon immer Bauchweh mit dem Reifen. Und er schenkt uns einen 25 Liter Ersatzkanister, so dass wir die vorgeplante Route auf jeden Fall schaffen, ohne wegen Spritmangel liegen zu bleiben. Danke Dir Alex, wir werden uns revanchieren, wenn wir uns wieder sehen! Doch zuerst führt uns unsere Route in den Etosha Park. Wir übernachten in drei verschiedenen Camps und durchqueren den Park von Ost nach West. Der Westteil des Parks ist erst seit einem halben Jahr für Individual Besucher geöffnet, umso mehr freuen wir uns, auch diesen Teil zu sehen. Und wir sehen enorm viel. Endlich Löwen in freier Wildbahn, die sehr seltenen Spitzmaulnashörner, und wir beobachten einen Geparden am Wasserloch. Und dann natürlich Zebras, Giraffen, Elefanten und alles was Hufe hat. Der Park ist voller Tiere. Vom Westtor des Parks wollen wir dem Khowarib Canyon folgen, anstatt den großen Umweg über die normalen Pisten zu nehmen. Dies war eine Empfehlung von Alex. Um es vorweg zu nehmen, es war navigations- und fahrtechnisch eine große Herausforderung für uns. Zuerst ging es durch breite, flache Täler, und wir mussten schon verdammt aufpassen, um nicht versehentlich in ein falsches Tal abzubiegen. Doch dann wurde der Canyon enger. Nah am ausgetrockneten Flussbett entlang ging es über Felsen und weiche Sandpisten. Und irgendwann war der Canyon so schmal, dass wir in das Flussbett mussten. Da es die Tage zuvor geregnet hatte war das flussbett an vielen Stellen tief matschig. Glücklicherweise führte eine frische Reifenspur von trockener Sandbank links, durch festen Matsch in der Mitte, und dann wieder auf trockenen Kies rechts und irgendwann das Ufer wieder hoch, weil im Flussbett voraus Wasser stand. Wir bleiben auch mal stecken, und es ist wirklich kein Spaß bei über 40 Grad das Auto freiszuschaufeln. Wir können kaum die Schönheit des Canyons genießen, weil wir so angespannt sind, ob wir die Strecke schaffen. Eine Umkehr wäre wegen unserer Spritreserven schwierig geworden. Als uns die Spur ingendwannn wieder in das Flussbett führt sehen wir den Verursacher der frischen Reifenspuren. Es ist Magnus mit seinem Landy, den wir vom Etosha kennen. Er hat sein Auto gerade wieder ausgebuddelt, war an der steilen Uferböschung hängen geblieben. Gemeinsam meistern wir die restlichen 20 Kilometer, die es nochmals richtig in sich haben. Nber steilste Felsstufen geht es immer wieder in Seitenflüsse runter und an der anderen Seite hoch. Einmal befürchte ich sogar, dass das Auto kippen würde, glüncklicherweise fängt es sich gleich wieder. Abens am Campingplatz wird uns bewusst, was für ein unglaublich schönes Landschafts- und Offroad-Abenteuer hinter uns liegt.

Elefantenherde am Wasserloch im Etosha Park
Elefantenherde am Wasserloch im Etosha Park
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Di

21

Apr

2015

Knoblauch wird gewogen!

Wir sind auf dem Weg zum Brandberg, ein Gebirge im Norden Namibias das den höchsten Gipfel des Landes in seinem unwegsamen Gelände verbirgt, den Königstein. Doch wir wollen diesen Gipfel nicht besteigen, viel mehr wollen wir die Felsmalereien besichtigen, die es hier gibt. An ca. 1000 verschiedenen Plätzen gibt es mehr als 60.000 Felsmalereien, die seit der Steinzeit bis noch vor 100 Jahren von Buschmännern angefertigt wurden. Unser Weg soll uns zur ¨White Lady¨ führen, einem berühmten Motiv, das den Wissenschaftlern bis heute Rätsel aufgibt. Doch vorher müssen wir in dem kleinen Wüstenkaff Uis Vorräte bunkern. Ich sage bewusst Kaff, denn neben einer Tankstelle, ein Paar Häusern, einem Bottlestore und einem kleinen Supermarkt gibt es hier nichts als felsigen Boden und heißen Sand in der Luft. Wir gehen also in den Supermarkt. Bei der geringen Auswahl an frischem Gemüse nimmt Tina eine Knoblauchknolle in die Hand, und will diese gerade in unseren Korb legen, als eine energische Frauenstimme von hinten ermahnt: ¨Knoblauch wird gewogen, Du musst den Knoblauch auf die Waage legen und einen Bon ziehen!¨ Tina dreht sich um und starrt die Frau nur mit großen Augen und offenem Mund an. Es ist eine junge Himba-Frau. Sie hat geflochtene Zöpfe die in schwarze Fellbüschel enden, ihr Oberkörper ist nackt bis auf ein bisschen Schmuck, um ihre Hüften trägt sie ein kurzes Fellröckchen und ihre Füße stecken ebenfalls in Fellsandalen. Auf ihrem Rücken trägt sie einen Säugling, und sie beide haben ihre Haut mit einer roten Lehmpaste eingeschmiert, die sie vor der Sonne schützen soll. Die Himba wiederholt geduldig aber noch energischer ihre Aufforderung. An ihrem Arm hängt ein roter Einkaufskorb, sie ist also ebenfalls eine Kundin. Da Tina immernoch wie gelähmt da steht und nicht reagiert, nehme ich die Knoblauchzehe, bedanke mich und gehe zur Gemüse-Waage. Irgendwie schon verrückt, wenn jemand, der aussieht als käme er aus der Steinzeit, dir erklärt, wie es im Supermarkt läuft. Später an der Kasse beobachten wir die junge Frau insgeheim. Es würde mich nicht wundern, wenn sie mit Kreditkarte bezahlen würde. Sie holt aber eine Geldbörse aus ihrem Fellröckchen und bezahlt mit großem Selbstbewusstsein in bar.

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Mi

15

Apr

2015

Danke, Franz!

Wir sind im ¨ echten¨ Namibia angekommen. Wir sind auf endlosen, einsamen Pisten unterwegs, wir haben die heiße Wüstenluft geatmet und den Sand unter unseren Füßen gespürt, und wir haben abends am Lagerfeuer unser Abendessen zubereitet, während sich ein unendlicher Sternenhimmel über uns erstreckt hat. Endlich. So haben wir uns das Reisen in Namibia vorgestellt. Windhoek haben wir Richtung Swakopmund an der Atlantik Küste verlassen. Wir waren froh, die Hauptstadt Namibias endlich verlassen zu können. Nach den ersten Stunden auf der Piste stelle ich fest, dass sich die Tankuhr nicht bewegt, das kann nicht sein, wir können unmöglich noch einen vollen Tank haben. Wir überprüfen die Kilometer, die wir seit dem letzten Tankstopp gefahren sind und überschlagen die noch vor uns liegende Strecke. Verdammt, das wird knapp. Realistisch gesehen, werden wir das garnicht schaffen. Das erste Mal nach 20.000 Kilometern in Afrika haben wir das rechtzeitige nachtanken schlicht verpennt. Da wir die Strecke sowieso nicht auf einen Rutsch machen wollen, übernachten wir in der wunderschön und abseits gelegenen Rooiklip Farm. Wir werden herzlich von Hannelore und Franz willkommen geheißen. Unser Camp liegt unter einem Felsvorsprung und wir sehen weit ins Farmland. Als wir am nächsten Morgen unser Spritproblem schildern, sind die beiden Gastgeber zwar hilfsbereit aber nicht begeistert. Die Farm liegt weit abseits, sowohl nach Swakopmund als nach Windhoek sind es zweihundert Kilometer. Man muss hier mit seinen Vorräten haushalten und kann sich nicht darauf einstellen, dass Touristen leichtsinnig ohne Sprit daher kommen. Das verstehen wir. Es gäbe für uns noch die Option nach Solitaire, ein kleiner Wüstenort zu fahren, das wären nur 120 Kilometer, aber ich bin nicht sicher, ob wir das schaffen. Da kommt Franz mit einem 25 Liter Kanister ums Eck und meint, er würde mit seinem Sprit die nächsten Tage klar kommen, bis er wieder in die Stadt käme. Super, wir freuen uns natürlich riesig und machen einen Gegenvorschlag. Er soll uns noch einen zweiten Kanister mitgeben, wir fahren nach Solitaire, machen unseren Tank und die Kanister voll, und sind am nächsten Abend wieder da. Dies beschert uns eine Rundfahrt an die Grenze der NamibWüste, wir lernen Rene vom Gecko Camp kennen, essen Apfelkuchen in Solitaire, das eigentlich nur aus der Tankstelle und einer Bäckerei besteht, und wir bewältigen noch einige Pässe. Nach dem heißen und trockenen Wüstenklima empfängt uns Swakopmund mit Kälte und Nebel. Die Stadt ist extrem Deutsch, es gibt Biergärten und Bäckereien, und die heißen auch so. Nicht etwa Beergarden oder Bakery. Abends sitzen wir am wärmenden Lagerfeuer, und nachts frieren wir in unseren Schlafsäcken. Deshalb geht es jetzt wieder in die Wüste. Wir fahren Richtung Norden durch den Namib-Naukluft Park, der Tank ist voll und der Ersatzkanister ebenfalls. Wir haben unsere Lektion (hoffentlich) gelernt. Und nochmals: Danke, Franz!

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Do

09

Apr

2015

¨Mach mal Platz, Dicker!¨

Seit anderthalb Wochen hängen wir in Windhoek und Umgebung fest. Wir sind vor Ostern hier angekommen, haben eine Werkstatt gefunden, die unseren Toyota wieder auf Vordermann bringen wird, diese hatte allerdings erstmal keine kurzfristigen Termine frei und es mussten Ersatzteile bestellt werden. Also haben wir beschlossen, hier in der Umgebung zu bleiben, bis alles erledigt ist. Windhoek war sofort ein Zivilisationsschock für uns. Es ist schnell, laut und hektisch, und all das waren wir die letzten Monate nicht mehr gewöhnt. Dazu kommt diese für uns ungewohnte Mischung von verschiedenen Kulturen, wobei die deutsche Kultur eindeutig dominiert. Wenn wir in Urlaub sind und hören Menschen deutsch sprechen, gehen wir diesen meistens aus dem Weg. Schließlich wollen wir die Einheimischen kennen lernen und keine deutschen Touristen. Hier sprechen aber viele Einheimischen Deutsch, nicht nur Weiße sondern insbesondere ältere Schwarze. Als wir den ersten Supermarkt in Windhoek besuchen, bin ich von dem Angebot überwältigt. Dementsprechend orientierungslos stehe ich in einem der Gänge und halte mich an der Stange des Einkaufswagens fest. Bis ich von hinten den Satz höre: ¨Mach mal Platz, Dicker!¨ Ein stoppelbärtiges weißes Gesicht strahlt mich an und freut sich über mein fassungsloses Gesicht. Ähnliche Situationen erleben wir seitdem ständig. Nachdem wir einen kleinen Nationalpark besucht und dort eine anstrengende Wanderung gemacht hatten, verbringen wir die Osterfeiertage 20 Kilometer ausserhalb Windhoeks auf einem Farmcamping. Die wenigen anderen Camper gehen wie wir der über Ostern ausgestorbenen Stadt aus dem Weg. Auch lohnt es sich nicht an die Küste zu fahren, denn die Campingplätze dort sind lange im voraus ausgebucht. Man hat also Zeit hier, es entwickeln sich interessante Gespräche und wir schließen Freundschaften. Neben uns steht ein Unimog, Sheila und Joachim reisen damit normalerweise, doch jetzt wohnen sie schon einige Monate darin, da sie ein Haus hier bauen. Wir interessieren uns und erfahren, dass sie ein Waisenkinderprojekt in einem township leiten. Das interessiert uns brennend, und sie nehmen uns ins Waisenhaus mit. Inmitten einer illegalen Wellblechsiedlung steht das Gebäude, gepflegt, sauber, eine Oase für die ca. 50 Kinder die hier unter Tags betreut werden. Sie bekommen zu Essen, die Kleinen bekommen Vorschulunterricht und die großen Nachhilfe bzw. Hausaufgabenbetreuung von einem fest angestellten Lehrer. Inzwischen hat sich ein kleines Beschäftigungsprojekt für erwachsene Angehörige gebildet, die beispielsweise aus Plastiktüten-Abfall stabile Taschen basteln oder aus Zeitungspapier Schalen machen. Eine behinderte Nachbarin aus dem township näht Taschen und Kleider, und es ist geplant, dass sie interessierten Kindern und anderen Frauen das Nähen beibringen wird. Wir sind berwältigt von der herzlichen Begrüßung und beeindruckt von dem ganzen Projekt. Hier passiert genau das, was uns bei vielen der NGOs, die wir gesehen haben, fehlt. Es wird an der Basis angesetzt, von ehrenamtlichen Helfern, die mit Engagement und Ideenreichtum und ohne Bürokratie arbeiten. Wir wissen sofort, von 10 Euro Spende, kommen 10 Euro bei den Kindern an. Hier lohnt es sich zu helfen. Wer sich interessiert, googelt bitte nach mammadu.

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Mi

01

Apr

2015

Windhoek

Maun ist ¨die¨ Safaristadt in Botswana. Eine Unmenge an Veranstaltern, die Flüge, Safaris und andere Wildlife Aktivitäten anbieten. Das Straßenbild wird von Geländewagen beherscht - entweder mit deutlichen Alters- und Gebrauchsspuren, dann gehören sie den Veranstaltern, oder aber neu, modern, und bis unters Dach mit Offroad-Equipment ausgerüstet, evtl. noch mit Offroad-Anhänger - diese Fahrzeuge gehören den südafrikanischen Touristen.Überhaupt, die Südafrikaner, auf Reisen sind sie ein lustiges, für uns recht befremdliches Volk. Riesige Kühlboxen in den Fahrzeugen beheimaten Bier im Kühlbereich und Fleisch zum Grillen im Tiefkühlbereich. Viele können zwei Wochen jeden Tag Fleisch grillen, ohne Einkaufen zu können. Das Campingequipment ist robust und schwer. Hier schläft keiner auf einer Isomatte, sondern auf Feldbetten im Zelt. Großflächige Planen halten das Camp schattig bei Tag, Halogen- und LED-Strahler beleuchten das Camp bei Nacht. Die meisten Sündafrikaner reisen in Gruppen, das heißt mit mehreren Fahrzeugen, und bis so ein Camp abends steht, vergehen gut und gerne 2 bis 3 Stunden. Da wird aufgebaut, nebenbei Feuer gemacht, die Frauen beginnen für das Abendessen Gemüse und Salat zu schnippeln, und irgendwann ist der große Moment, wo die Männer das Fleisch auf den Grill legen - der heiligste Moment des ganzen Tages. Dann wird gegessen undmit einer Büchse Bier in der Hand um`s Feuer gesessen. Wir haben inzwischen einige dieser geselligen Abende in der Gesellschaft von Südafrikanern verbringen dürfen. Was dann am nächsten morgen kommt ist wieder umso befremdlicher. Um 7 Uhr in der Früh ist das Camp abgebrochen, zusammengeräumt und in Auto und Anhänger verstaut, und man saust mit 120 Sachen über staubige Pisten dem nächsten Camp und Grillabend entgegen. Jetzt, kurz vor Ostern sind wieder viele Südafrikaner unterwegs. Wir lassen es gemütlich angehen, und buchen eine Mokoro-Fahrt in`s Okavango Delta. Mit einem Einbaum, der inzwischen allerdings aus Kunststoff ist, wird man durch das Delta gepaddelt. Auf kleinsten Wasserwegen, kurvig und keinen Meter breit stochert uns ein Guide an Nilpferden und Krokodilen vorbei. Wir sehen viele Wasservögel, und wie so oft in Afrika, viele Seeadler, die majestätisch durch die Lüfte gleiten oder hoch in den Bäumen nach Beute Ausschau halten. Auf einer Insel im Delta steigen wir aus und machen eine zweistündige Wanderung um nach Wild Ausschau zu halten. Zu Fuß ist das um einiges spannender als im Auto. Wir sehen Antilopen und Zebras, und dann treffen wir auf eine 5-köpfige Elefantenfamilie. In gebührendem Abstand beobachten wir diese beim Grasen im Buschland. Unser guide ist mit einem Stock bewaffnet, der uns sicherlich nichts nüntzen würde. Dementsprechend halten wir einen Abstand von gut 100 Metern. Nach diesem Erlebnis machen wir uns wieder auf die Piste. Nach 3 Tagen Kilometer fressen , sind wir gestern im modernen und hektischen Windhoek angekommen. Es ist laut, der Verkehr ist schnell, aber man kann im Supermarkt, der eine groooooße Auswahl hat, mit Kreditkarte bezahlen, hat WiFi am Campingplatz und es gibt gute Autowerkstätten. Wir haben am Toyota Reparaturen zu erledigen und ein Kundendienst steht an, bevor wir uns auf die weiten und teilweise schwierigen Pisten des Landes aufmachen. Der Werkstatt-Termin ist erst nach Ostern, also treiben wir uns in der Umgebung von Windhoek noch ein bisschen rum. Heute haben wir schon Joe`s Beer Bar besucht, wo ich paniertes Kudu-Schnitzel mit Spätzle und Salat genossen habe. Außergewöhnliches Gericht in einer außergewöhnlichen Umgebung

einen Einblick in unsere Küche: heute gibt es überbackenen Kürbis aus dem Potjie
einen Einblick in unsere Küche: heute gibt es überbackenen Kürbis aus dem Potjie
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Fr

27

Mär

2015

Was ist das?

Was ist das? Eine kleine weiße Frau sitzt mit weit geöffneten, angsterfüllten grünen Augen am Lagerfeuer und hält mit beiden Händen einen komplett ausgefahrenen Teleskop-Wanderstock wie eine Waffe vor sich? Das ist Tina im Chobe und Moremi Nationalpark. Wie schon mal erwähnt sind die Nationalparks in Botswana nicht eingezäunt, ebenso die Camps in denen man übernachtet. Und wenn einem die Ranger empfehlen die 50 Meter zur Dusche mit dem Auto zu fahren, abends ein Lagerfeuer gegen Wildtiere anzuzünden und keinesfalls bei Dunkelheit das Zelt zu verlassen, dann wird einem schon ein bisschen mulmig. Andere Reisende haben uns von abendlichen Begegnungen mit Hyänen und sogar Löwen im Camp berichtet, und so hat Tina ihren Wanderstock kurzerhand zweckentfremdet. Ob sich ein Löwe davon beeindrucken lassen würde? Auf dem Khwai River Camp bekommen wir Besuch von einer Hyäne. Diese Tiere habe ich mir viel kleiner vorgestellt, aber sie sind richtig groß, können bis zu 60 kg schwer werden. Sie hat uns drei mal am Feuer besucht, sich aber auch immer wieder vertreiben lassen. Wir hatten noch bei Tageslicht gekocht, gegessen und gespült, es war für sie also nichts zu holen. Das Camp war gut belegt, und so gab es anderweitig Grillfleisch zu stibitzen. Anders am Xakanaka Camp. Wir waren lange alleine und erst spät kamen noch zwei Geländewagen, die aber in größerer Distanz und ausserhalb unserer Sicht campten. Unter Tags hatten wir schon Besuch von Elefanten und Antilopen. Jetzt am Abend saßen wir wieder gemütlich am Lagerfeuer, welches die wilden Tiere abhalten sollte. Tina mit ihrem obligatorischen Wanderstock in Händen. Wir fühlten uns relativ sicher im Feuerschein, als ein Grollen uns das Blut in den Adern gefrieren ließ. Kein Zweifel, das ist ein Löwe, der warnend knurrt, und er muss dort in den Büschen sein, keine 15 Meter von uns entfernt. Wir lassen alles liegen und stehen und springen in unser Dachzelt. Mehrfach hat man uns bestätigt, dass Löwen kein geschlossenes Zelt überfallen würden. (doch dann kommen so komische Gedanken, ob alle Löwen das auch wirklich wissen, ob es für komplett geschlossene Zelte gilt oder nur für das Moskitonetz, oder ob das ganze nur eine Legende ist, damit die Touristen weiterhin in die Parks kommen, etc.) Wir liegen wie erstarrt im Zelt und starren gebannt durch das Moskitonetz in die Richtung. Das Grollen wiederholt sich ständig, und ja, wir haben richtige Angst. Wir können nichts tun als Abzuwarten und zu Hoffen, dass es irgendwie gut ausgehen wird. Nach vielleicht einer viertel Stunde kommt aus der gleichen Richtung ein lautes Knacken, dann ein Krachen, Holz splittert - und dann zieht majestätisch ein gigantischer Elefant in 2 Meter Entfernung an unserem Dachzelt vorbei, Er überragt uns bei weitem. Das grollen lässt nach und irgendwann löst sich unsere Spannung und wir sinken in einen unruhigen Schlaf. Als ich die Elefantenspuren am nächsten Morgen im Sand anschaue, bin ich echt erstaunt. Meine Schneeschuhspuren im Winter sind Kinderfüsschen dagegen. Wir erzählen später einem Ranger das Erlebnis und er meint, dass der Elefant in das Revier des Löwen eingedrungen sei, weshalb dieser warnend gegrollt hat. Es galt also nicht uns. Dies ist einerseits beruhigend, andererseits lag ein Löwe keine 20 Meter von uns unbemerkt im Gebüsch. Jetzt erholen wir uns zuerst einmal in Maun von den wilden Erlebnissen der letzten Tage, bevor wir uns Richtung Namibia aufmachen.

Die Regenzeit ist vorbei, das Gras wird gelb im Moreni
Die Regenzeit ist vorbei, das Gras wird gelb im Moreni
Auf diesem romantischen Platz hat uns nachts der Löwe gestört
Auf diesem romantischen Platz hat uns nachts der Löwe gestört
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So

22

Mär

2015

Die Affen rasen durch den Platz...

Die Affen rasen durch den Platz,

 Sie suchen ihren Affenschatz, 

Wer hat die Mülltonne geleert? 


DieAffentina sitzt am Zelt 

In ihrer Hand den Schatz sie hält, 

Sie hat die Mülltonne geleert 


Seit 4 Nächten sind wir in Kasane in der Chobe Safari Lodge und entspannen. Dies ist eine Luxuslodge mit Zimmern, kleinen Hütten und einem angeschlossenen Campingplatz. Wir können Pool, Bar, Restaurant und WiFi nutzen, übernachten aber günnstig im eigenen Zelt. Das einzige, was uns das Leben schwer macht, sind die Affen hier. Die Paviane sind groß und können tatsächlich gefährlich werden, aber hier am Platz sind sie relativ scheu. Schlimm sind die kleinen Meerkatzen. Diese sind unglaublich frech und ziehen mehrmals am Tag durch den Campingplatz, wo sie Angst und Schrecken verbreiten. Immer auf der Suche nach Fressbarem, steigen sie in offene Autos oder Zelte, reißen Verpackungen auf, öffnen Kühlboxen und klauen einem sogar das Essen vom Tisch oder reißen es einem aus der Hand. Bei Sonnenaufgang plündern sie zuerst einmal lautstark die Mülltonnen, danach klettern sie auf einen Baum und springen von dort auf unser Zelt. Richtige kleine Terroristen sind das. Wenn die Affen weg sind, kommen Warzenschweine oder Antilopen und grasen friedlich zwischen den Zelten. Doch die nächste Affen-Invasion kommt bestimmt...

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Fr

20

Mär

2015

Einige Bilder

Leberwurstbaum - lecker
Leberwurstbaum - lecker
Brücke in einem Nationalpark
Brücke in einem Nationalpark
Hot Springs
Hot Springs
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Mo

16

Mär

2015

Danke Euch

Nachdem ich meine letzten beiden blog-Texte hochgeladen habe, kam ich endlich dazu, Eure Kommentare zu lesen.

Ich bin ja total gerührt, dass sich einige richtig Sorgen um uns gemacht haben - vielen Dank. Das tut uns wirklich gut!

Inzwischen sind wir in Livingstone bei den Victoria Fällen, und ¨Halleluja¨ wir haben Internet.

Wir erleben täglich unglaublich viel. Wir bewähren uns im Reise-Alltag und wir bewähren uns in unserer Beziehung bei täglich 24 Stunden Gemeinsamkeit.

Aber, der aufmerksame blog-Leser hat es sicherlich schon bemerkt, wir hatten schon vor 2 Wochen unseren ¨Turning Point¨ erreicht, wir fahren wieder Richtung Süden. Langsam zwar, wie es meinem Alter und dem Alter unseres geliebten Landcruiser entspricht, aber stetig.

Bis wir allerdings das Auto wieder in einen Container Richtung Europa schieben, werden wir noch einige Abenteuer bestehen und Euch davon berichten.

Christian


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So

15

Mär

2015

Fähre über den Zambezi

Zuerst einmal möchte ich ein persönliches Wort an die fleißigen blog-Leser richten. Die Statisik unserer webpage zeigt, dass wir pro Woche um die 500 Zugriffe auf unser Reisetagebuch haben. Dies und die Kommentare zu einzelnen Einträgen freut uns natürlich ungemein. Es ist schön zu wissen, dass sich so viele Menschen aus unserem Umfeld für uns und unsere Reise interessieren, und sich uns in irgendeiner Weise verbunden fühlen. Das tut wirklich gut und motiviert, das Reisetagebuch weiter zu führen, obwohl es nicht ganz einfach ist. Ich schreibe die Texte auf meinem kleinen tablet, und wenn wir dann mal WIFI (WLAN) haben, versuche ich diese hoch zu laden. Die Verbindungen hier sind aber - wenn vorhanden - sehr schlecht. Immer wieder ist die Verbindung unterbrochen, ich muss mich neu anmelden, die Seite neu starten, etc. Manchmal brauche ich eine Stunde und länger, nur um einen Text hochzuladen. Bilder ein zu stellen habe ich ganz aufgegeben, diese kommen erst nach unserer Rückkehr auf die Seite. Aber wir haben hier in Afrika inzwischen gelernt, dass Zeit eine andere Dimension hat. Zeit ist einfach da. Und solange ich warte und nichts tue, vergeht sie auch nicht. Für uns ganz schwer zu verstehen. Wir sind die letzten Tage den Zambezi entlanggefahren und sind jetzt in Shesheke. Unser Auto parkt unter einem riesigen Baobab. Er hat einen Durchmesser von 12 Metern und es gibt eine Faustregel, die besagt, dass der Durchmesser pro 100 Jahre einen Meter wächst. Das wären dann 1.200 Jahre, ein ganz schönes Alter. Der Baum hat schon lange gestanden, bevor die Kolonialisierung in Afrika begann. Auf unserem Weg mussten wir den Fluß mit einer Fähre überqueren, ein ganz besonderes Erlebnis. Als wir ankommen ist die Fähre auf der anderen Seite des Flußes. Es gibt ein paar Hütten auf unseer Seite, wo man sich die Wartezeit mit gekühlten Getränken und gebratenem Fisch vertreiben kann. Wir erfahren, dass die Fähre erst rüber kommt, wenn sie voll ist, das seien mindestens 4 PKW. Mit dem fernglas sehen wir, dass sich momentan kein Fahrzeug auf der anderen Seite befindet. Wir warten im Schatten einer Hütte mit weiteren zukünftigen Passagieren, die zu Fuss oder mit dem Fahrrad unterwegs sind. Wie gesagt, so lange man nichts tut, vergeht auch keine Zeit. Die Zeit bleibt also zuerst einmal stehen. Dann kommt ein LKW mit einigen Passagieren auf der Ladefläche an unserer Seite an. Inzwischen steht auf der anderen Seite ein PKW. Nichts passiert, die Zeit steht still. Ein weiterer LKW kommt auf unserer Seite an, und ein Polizei-Auto. Jetzt kommt doch Bewegung in die Sache. Auf der gegenüberliegenden Seite fährt der einzelne PKW auf die uralte Pontonfähre, und die setzt sich langsam in Bewegung. Mit der Polizei will es sich der Kapitän wohl nicht verscherzen. Wir fahren als erster auf die Fähre auf. Die Auffahrrampen bleiben auf beiden Seiten unten, so dass man sie als Ladefläche nutzen kann. Uns ist ein bisschen unwohl bei dem Gedanken, unser Auto könnte ins Wasser rutschen, und da kommt auch schon der Lademeister und legt einen Stein unters Vorderrad. Na, dann kann wohl nichts mehr passieren. Polizei und LKW fahren ebenfalls auf. Der letzte LKW steht mit seinen drei hinteren Achsen auf der Laderampe. Als der Kapitän die alten Dieselmotoren aufheulen lässt passiert zuerst einmal garnichts. Wir stecken fest. Das Gewicht des Lasters auf der Rampe ist zu schwer. Die Passagiere diskutieren, dass man hätte anders laden müssen, die Fahrzeuge nochmals runter sollten, und der Kapitän gibt abwechselnd dem rechten und linken Motor Vollgas, um die Fähre irgendwie frei zu bekommen. Einer der Matrosen kippt eimerweise kühlendes Wasser über die Ölverschmierten Motoren, damit diese bei der Vollast nicht überhitzen. Bei jedem Gasstoß spritzen Kühlwasser, Motorenöl und Diesel aus verschiedenen Leitungen. Jetzt nur nicht daran denken, dass die Motoren genau in dem Moment verrecken, wenn wir frei kommen. Einen Kilometer flussabwärts kommen nämlich die Sioma Wasserfälle, die wir später besuchen wollen - allerdings von Land aus und nicht vom Fluss. Natürllich schafft der Kapitän frei zu kommen, auch wenn er in der gleichen Zeit uns alle aus- und umsortiert wieder einfahren hätte lassen können. Wir erreichen sicher das andere Ufer - um ein kleines Abenteuer reicher. Übrigens, Ende des Jahres wird die neue Brücke über den Fluss voraussichtlich fertig sein. Dann wird die Fähre eingestellt werden.

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Mi

11

Mär

2015

wenige Tiere, dafür aber ganz nah...

In Lusaka beschließen wir noch ein bisschen in Zambia zu bleiben und einen Bogen über den Kafue Nationalpark zu machen, bevor wir zu den Victoria Falls fahren. Doch zuvor haben wir noch drei Aufgaben in Lusaka zu erledigen: Einen neuen Luftfilter für unser Auto, unsere Gasflasche befüllen lassen und unsere Autoversicherung verlängern lassen. Der Verkehr in der zambischen Hauptstadt ist unbeschreiblich. Man kommt in dem Chaos kaum weiter. Wir brauchen einen kompletten Nachmittag und den kompletten nächsten Vormittag um diese Dinge zu erledigen. Auf dem Weg zum Nationalpark sehen wir schon, dass es mit Tierbeobachtungen wahrscheinlich nichts werden wird. Das Gras am Straßenrand ist teilweise über zwei Meter hoch, da werden wir wohl nicht viel sehen. Wir finden einen schönen Campingplatz und logieren direkt am Fluß. Ein dringendes Bedürfnis zwingt mich dazu, die romantischen strohgedeckten Toiletten auf zu suchen. Als ich es mir gerade gemütlich gemacht habe, höre ich hinter mir ein Schnaufen, Schmatzen und Stampfen. Sofort springe ich auf und luge durch die Bambuswand. Ein Nilpferd stapft schmatzend einen Meter von mir entfernt am Klohäuschen entlang. Das ist mir dann doch ein bisschen zu viel Nähe. Abends, im Licht der Taschenlampe sehen wir, dass direkt vor uns ein kleines Krokodil im Wasser liegt. Es ist vielleicht anderthalb Meter lang. Als ich nachts wach werde und zum Zeltfenster herausschaue, liegt es direkt neben unserem Auto. Auch jetzt vergeht das Verlangen die Toilette aufzusuchen spontan. Am nächsten Morgen machen wir dann unseren Ausflug in den Park. Kaum von der Asphaltstraße abgebogen bleiben wir nach zwei Kilometern im tiefen Schlamm stecken. Hier hilft keine Seilwinde, zu tief haben wir uns festgefahren. Jetzt muss gebuddelt und mit dem Wagenheber das Fahrzeug angehoben werden. Während wir schuften bemerken wir einen einzelnen Elefantenbullen, der vielleicht in 100 Metern Distanz friedlich grast. Wir lassen ihn nicht aus den Augen, und tatsächlich nähert er sich langsam grasend. Plötzlich ist die Neugierde wohl doch stärker und er kommt auf uns zu. Wir springen ins Auto. Zuerst schnüffelt er unsere Ladefläche ab. Dann kommt er ums Auto. Er stellt sich direkt vor mein Seitenfenster, die Stoßzähne sind keine dreißig Zentimeter vom Fenster weg und er wackelt gefährlich mit Rüssel und Ohren. Vor meinem inneren Auge sehe ich schon das Glas splittern. Dann geht er weiter und postiert sich vor dem Auto. Jetzt stampft er zusätzlich mit dem Fuß, um uns zu zeigen, dass er der stärkere ist. Wir glauben das ohne Diskussion, nur können wir uns ihm nicht verständlich machen. Jetzt beginnt er neben dem Auto zu grasen, unterbrochen von Kontrollblicken zu uns. Aus zwei Metern Distanz werden 5, dann 10. Doch dann kommt er wieder von vorne, er traut uns einfach nicht so richtig. Nach über einer Stunde hat er eine Distanz erreicht, dass wir es wagen aus dem Auto zu steigen und die Bergung ganz leise fortzusetzen, natürlich immer den grauen Riesen im Blick. Er lässt uns gewähren und verschwindet zwischen den Bäumen. Uff. Wir sind schweißgebadet und völlig fertig. Wir lieben die Wildtiere Afrikas, doch wahren wir gerne eine gewisse Distanz. Glücklicherweise kriegen wir unser Auto wieder flott und verlassen den Park. Bis auf einen weiteren Elefanten und einigen Antilopen haben wir nichts mehr gesehen. Aber es hat uns auch gereicht. Drei Nah-Erfahrungen sind so viel wie 1001 Fernbeobachtung...

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Fr

27

Feb

2015

Mzuzu

In Kendi Beach haben wir zuerst einmal einen Tag Rast gemacht. Dann sind wir nach Mzuzu gefahren, ¨die¨ größere Stadt in Malawis Norden, um Vorräte zu bunkern, Geld zu ziehen und von hier aus in den Nyika Park zu fahren. In einem Forum habe ich von einem Reisenden gelesen, dass die Strecke von Rumphi bis zum Park Camp Chilinda die schlimmste Strecke sei, die er je in Afrika gefahren ist. OK, wir haben partiell schon schlimmere Strecken gefahren, aber die 110 km sind wirklich übel. Die erste Hälfte geht durch unzählige Dörfer, die Kinder schreien: ¨Give me sweets!¨, oder schlimmer ¨Give me your money!¨ (eigentlich ganz schön dreist, dass sie ausgerechnet mein Geld wollen. Ich wollte ihnen lieber das Geld von jemandem anderen geben, korrupten Beamten vielleicht, aber sie wollen meines!) Landschaftlich ist es nicht anders als sonst. Jedenfalls hat es keinen Spaß gemacht, weil wir vor einigen Tagen Risse im Rahmen unseres Landcruisers entdeckt hatten, und ich befürchtete, dass sie größer würden. Das hat sich dann auf dieser Strecke auch bewahrheitet. Kein schönes Gefühl, wenn der Rahmen zu einem Viertel gebrochen ist, und man weiß, dass man nochmals 110 km dieser Piste zurück und weitere 80 km Straße fahren muss, bis eine Werkstatt kommt. Der Park ist landschaftlich der komplette Kontrast zum restlichen Malawi. Unser Camp ist auf 2400 Höhenmetern und wir fühlen uns wie in einer schottischen Hügellandschaft, wenn da nicht die Zebras wären, überall Elefantenscheiße läge und nachts wenige Meter von unserem Zelt ein Leopard eine Antilope verzehrt und danach genüßlich gebrüllt hätte. Apropos nachts: zum ersten Mal in drei Monaten habe ich den Schlafsack nicht als Decke benutzt sondern musste reinschlüpfen, und ich habe echt gefroren. Kaum ein Auge zugetan. Geschätzte 5 Grad. Leider hatten wir zusätzlich noch Regen, sind aber dennoch zu einer kleinen Rundfahrt aufgebrochen. Highlight neben der ¨schottischen Nebellandschaft¨ waren wilde Orchideen und abenteuerliche Holzbrücken, die wir überfahren mussten. Zurück in Mzuzu ließen wir das Auto schweißen - bushman style - nicht schön, sieht aber stabil aus und sollte halten bis zum Ende der Reise!!!

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Sa

21

Feb

2015

Malawi

Mit dem ersten Eindruck sollte man bei der Beurteilung eines Landes etwas vorsichtiger sein, das habe ich spätestens in Sambia bemerkt. Dennoch, unser erster Eindruck von Malawi war äußerst positiv. Schnelle (relativ) Grenzabfertigung, und danach treffen wir auf gut ausgebaute, fast schlaglochfreie Straßen. Das Land ist dicht bevölkert, alles sieht gepflegter und sauberer aus, als in Zim und Zam. Überall wird Landwirtschaft betrieben, und neben Mais sehen wir endlich auch mal Tabak, Gemüse und andere Kulturpflanzen. Die Hauptstadt Lilongwe empfängt uns mit heftigem Regen, aber das sind wir von Harare und Lusaka gewohnt.Lilongwe bietet nicht viel, weshalb wir nur eine Nacht in einem mit holländischen Jugendlichen übervölkertem Backpackers bleiben. Der nächste Tag führt uns nach Senga Beach, wo uns Sam von der Cool Runnings Lodge ein bisschen über Malawi erzählt. Tatsächlich ist malawi eines der ärmsten Länder Afrikas, es hat keine nennenswerte Bodenschätze, keine Industrie und nichts, was man exportieren könnte. Deshalb sind viele Hilfsorganisationen im Land, kümmern sich um sauberes Trinkwasser, vernünftige Straßen, Ausbildung und helfen den Menschen bei ihrer landwirtschaftlichen Selbstversorgung. Deshalb sieht es so aufgeräumt aus. Einerseits ein komisches Gefühl durch ein so armes Land zu fahren. Andererseits, wir sehen zwar arme Menschen, aber niemanden der offensichtlich an Hunger leidet. Die meisten Menschen sehen zufrieden aus, wir erleben Offenheit, Friedfertigkeit und kaum Bettler. Die Kinder winken uns aus Neugierde zu, und nicht weil sie etwas wollen. Aber, der Verkehr auf den guten Straßen spielt sich hauptsächlich mit Fußgängern und Radfahrern ab. Wenn wir uns einem größeren Dorf nähern, erinnert mich das ein bisschen an die Fotografien von Flüchtlingsbildern in Deutschland nach dem zweiten Weltkrieg. Alles ist unterwegs, und meist schwer bepackt, und immer mit eigener Muskelkraft. Was wir in Zambia schon gesehen haben, Fahrradtaxis, ist hier absoluter Standard.die meisten Räderhaben ohnehin einen verstärkten Gepäckträger mit vergrößerter Plattform. Diese ist bei den Taxen noch zusätzlich mit einer gepolsterten Platte versehen. Unterm Sattel ist eine kleine Lenkstange angeschweißt, an der Hinterachse sind Fußrasten. Und auf dieser Plattform sitzt alles, was es sich diese Beförderung leisten kann und will. Frauen sitzen häufig im ¨Damensitz¨, das heißt mit beiden Beinen nach links zum Straßenrand hin (alle Länder hier unten haben Linksverkehr). Viele junge Frauen haben zusätzlich ihr Baby im Tragetuch auf dem Rücken. Aber auch der Priester mit Stehkragen und Gesangsbuch in der Hand, oder der ¨Manager¨ mit Anzug, Krawatte und Laptoptasche auf dem Rücken sitzt auf dem Fahrradtaxi, genauso wie die Oma und die ganz normalen Menschen hier unten. Es ist absolut faszinierend. Bei einer größeren Steigung, schiebt der Taxifahrer und sein Passagier läuft neben her, den Berg runter meistern beide dann umso schneller gemeinsam. Auf dem Campingplatz in Senga waren wir ebenfalls nicht alleine. Doch anstatt holländischer pubertierender Jugendlicher, die um Mitternacht noch unter Gekreische in den Pool springen und danach bei reichlich Alkohol und Zigaretten direkt vor unserem Auto den Philosophischen Zustand unserer Welt diskutieren (so war das jedenfalls bei mir, in dem Alter) haben wir in Senga eine komplett andere Gruppe Campingplatzbesucher. Eine kleine Einheit britischer Soldaten ist hier für einige Wochen stationiert und bildet malawische Soldaten für ihren Einsatz im Kongo aus. An den wäscheleinen hängen Kampfanzüge in camouflage und vor den Hütten liegen Stahlhelme und Springerstiefel. Und die Sorge dieser Männer ist, dass die Kollegen in Malawi, mit denen sie inzwischen freundschaftliche Gefühle verbinden, wieder lebend und gesund aus dem Kampfeinsatz im Kongo zurück kehren. Jetzt sind wir ein Stück weiter den Malawi See Richtung Norden gefahren, und haben am Sandstrand von Kendi Beach Rast gemacht.

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Mi

18

Feb

2015

South Luangwe National Park

Wir sind mal wieder im ¨Tier-Beobachtungs-Rausch¨! Das Camp grenzt an den South Luangwe National Park, und ist genau so wie dieser ohne Umzäunung. Es ist zwar der Luangwe River zwischen uns und dem Park, aber dieser ist kein echtes Hindernis. Dementsprechend laufen hier schon mal Wildtiere durch den Platz, auch deshalb, weil kaum jemand da ist. Morgens ziehen zuerst einmal die Affen durch den Platz, auf der Suche nach etwas Essbarem. Die durchsuchen unsere Pick-up Ladefläche auch wenn wir darüber noch in unserem Dachzelt schlafen. Es sind zwei Gruppen, Paviane und ... Wir sind direkt am Flussufer und vielleicht 50 Meter entfernt räkeln sich Krokodile auf einer Sandbank. Im Laufe des Tages kommen dann noch Elefanten direkt durchs Camp, was bei den wenigen Gästen für etwas Panik sorgt. Ständig hören wir das Grunzen und Rufen der Nilpferde, ab und zu trompetet ein Elefant. Antilopen grasen in einiger Entfernung, sie sind doch etwas scheuer als die Dickhäuter. Irgendwann kommen dann nochmals die Affen durch. Abends im Dunkeln hören wir nicht nur die Tierlaute, sondern immer wieder heftiges Platschen. Das sind Nilpferde, die vom Ufer wieder ins Wasser ¨steigen¨. Nachts um zwei steht ein Elefant drei Meter von unserem Zelt und reißt sich große Grasbüschel aus dem sumpfigen Untergrund. Tina ist in heller Aufregung, ich verschlafe die Szene. Wenige Meter entfernt grast ein Nilpferd neben den Zelten einer Reisegruppe und hält diese vom Schlafen ab. Gestern sind wir in den Park gefahren. Wir haben sicherlich hunderte Elefanten gesehen, genauso Antilopen. Aber auch wieder Nilpferde, Krokodile, Giraffen, Wasservögel, Adler und einen Leoparden. Der kam uns auf dem Weg entgegen, und hat sich in aller Seelenruhe an unserem Auto vorbei gedrückt. Da haben wir uns nur noch gewünscht einen Löwen zu sehen. Und prompt blieben wir in dem verlassenen Park auf einem Seitenpfad im tiefen Schlamm stecken. Glücklicherweise war ein Baum in Reichweite, so dass wir die Winde einsetzen konnten. Aber so richtig wohl war mir dabei nicht. Ganz schnell habe ich den Wunsch auf eine Löwenbegegnung von meiner Liste gestrichen. Schließlich ist es nicht umsonst strengstens verboten aus dem Auto zu steigen. Tina hat Wache gehalten, während ich die Aussenarbeiten erledigt habe. Jetzt sind wir noch einen Tag hier auf dem Camp und wollen morgen weiter nach Malawi.

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Mo

16

Feb

2015

Wildlife Camp

Ich muss mich bezüglich Zambia etwas revidieren. Ja, die Hauptstadt Lusaka ist verhältnismäßig modern, doch danach kamen 800 km Landstraße durch den Busch. Keine größere Stadt sondern hauptsächlich kleine Dörfer mit Buschhütten, diese inzwischen rechteckig und aus selbst gebrannten Backsteinen gemauert, und kleine Rundhütten daneben für Vorräte oder Vieh. Die Frauen in Zambia sind eher traditionell gekleidet. Anstatt westlicher Kleidung überwiegen hier bunte Wickelröcke. Und die Frauen tragen ihr eigenes Haar. Was uns schon in Südafrika aufgefallen war, dass die Frauen häufig westliche Frisuren haben, meist mit langen glatten Haaren, hat sich bislang nicht geändert. Sogar in den Supermärkten, aber natürlich in Spezial-Läden kann man Haare kaufen und diese entweder selbst einflechten, oder der Friseur übernimmt das. Jetzt sieht man endlich krause Haare, manchmal strubbelig, manchmal zu kunstvollen Zöpfen an die Kopfhaut geflochen, oder - das ist meine Lieblingsfrisur - zu kleinen abstehenden Sputnikzöpfen. Und die Zambis fahren Fahrrad. Und sie transportieren alles erdenkliche mit dem Fahrrad. Am Straßenrand werden große Holzkohlesäcke verkauft, schätzungsweise mit 25 kg, teilweise haben wir Fahrräder mit sechs dieser Säcke beladen gesehen. Aber auch Wasserkanister, Gemüsekisten, tote Ziegen, Getreidesäcke, Maisstauden, Feuerholz, alles wird auf dem Fahrrad tranportiert, manchmal auch nur schiebend. Gestern abend waren wir an einem Campingplatz mit Bar. Die Jungs, die wir in der Bar getroffen haben - alles Weiße - hätten ungeschminkt direkt auf Jacks Sparrows ¨Black Pearl¨ in ¨Fluch der Karibik¨ mitspielen können, ohne aufzufallen. Das Leben und die Typen, die man trifft, ist meistens viel spannender, als Holywood, man muss nur die Augen aufmachen

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Fr

13

Feb

2015

Pioneer Camp

Die Grenze nach Sambia war wieder mal eine Geduldsprobe. Der Übertritt hat uns fast 250 Dollar gekostet. Sambia hieß früher Nordrhodesien. Die wirtschaftliche Situation in Sündrhodesien, heute Simbabwe, haben wir ja schon kennengelernt, umso gespannter waren wir auf dieses Land. Landschaftlich besteht zuerst einmal kein großer Unterschied. Nach der Grenze sieht es nicht viel anders oder sogar entwickelter aus. Nachdem wir einen Abstand zum Sambesi River haben, wird es hügeliger. Die vielen amerikanischen Trucks, die wir seit Botswana sehen, und mit denen wir uns immer mal ein kleines Rennen liefern, schnaufen ganz schön die Hügel rauf. An einem Pass passieren wir eine Truck-Unfallstelle, umgestürzte und in die Felswand gerammte Fahrzeuge, verlorene Ladung, ein Truck wird mitten auf der Straße in einer unübersichtlichen Kurve gerade repariert. Uns graust es vor diesen Hauptverkehrsadern, man sollte da wirklich immer vorsichtig und hellwach bleiben. Als wir Lusaka erreichen, wissen wir, Sambia ist viel besser entwickelt. Eine moderne Stadt, was auffällt ist die Sauberkeit in den Straßen. Kein Müll, die Gehwege überwiegend ordentlich und nur wenige fehlende Pflastersteine, die Straßen kaum Schlaglöcher, funktionierende Ampeln und ringsum Geschäfte und Straßenhändler. Das war in Harare ganz anders. Spannend sind die Straßenverkäufer, die zwischen den Fahrbahnen im Stau ihre Waren den wartenden Autos anbieten. Wir fragen uns, wer Schuhe, Hosen, eine Sambia-Wandkarte oder ein Bild des Präsidenten während der langsamen Staufahrt kauft? Offensichtlich gibt es aber Käufer, sonst gäbe es keine Verkäufer. Spät kommen wir am Pioneer Camp östlich Lusakas an. Hier gibt es nicht nur eine Bar, sondern auch wieder Wifi. Also gönnen wir uns einen Ruhetag. Bei einem Zeltnachbarn - der einzige übrigens - dürfen wir unser Bier in den Kühlschrank stellen, Strom gibt es nämlich nur für ihn. Aber Peter lebt hier auch schon seit drei Jahren und arbeitet auf einer Farm. Vielleicht nächstes Jahr schon will er seine Frau her holen, die Kinder sind inzwischen zu alt, die werden kaum noch mit kommen. Wir können uns kaum vorstellen, wie er zu leben. Im Gegensatz zu ihm und seiner Frau, sind wir nämlich täglich 24 Stunden zusammen. Auch eine Herausforderung.

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Mi

11

Feb

2015

Lake Kariba

Wir sitzen am Kariba Lake, heute hat es zwar keine 30 Grad, aber die Luftfeuchtigkeit lässt uns ordentlich schwitzen. Wir sind froh, um jeden leichten Lufthauch. Was ist geschehen, seit unserem letzten Eintrag? Ein Entwicklungshelfer in Mutare empfiehlt uns die Bvumba Mountains und wir besuchen die Region an der Grenze zu Mosambik. Leider regnet es, so dass wir nicht wandern können, aber wir dürfen auf dem Campingplatz die Küche der Backpacker nutzen, und wir verbringen zwei wunderbare Abende vor ¨unserem¨ offenen Kamin. Danach geht es wweiter in den Nyanga National Park. Hier gibt es zwar nicht viel Wild, aber dafür phantastische Landschaften und einen atemberaubenden Wasserfall. Er ist fast nicht erschlossen, man fährt Stunden über miserable Pisten, das letzte Stück besonders übel, dann geht es nochmals zu Fuß an einer steilen Felskante entlang und dann sieht man ihn. Übre 700 Meter (!!!) stürzen sich die Wassermassen die Felswand hinunter. Ich kann es nicht nachprüfen, aber es scheinen die zweithöchsten Fälle der Welt zu sein? Wir verlaufen uns jedenfalls übel im Dschungel und kommen spät, durstig und verschwitzt ans Auto zurück. Wieder geht es nach Mutare, wo mir die bettelnden Straßenkinder dem Supermarkt allerdings ordentlich auf die Nerven gehen. Ich muss allerdings zugeben, dass wir sowohl in Botswana als auch in Zimbabwe Bettler erleben,aber diese sind weit weniger aufdringlich, als wir das in Nordafrika oder ich in Indien erlebt habe. Ich musste die Eintragung kurz unterbrechen, weil uns eine Zebraherde auf dem Campinplatz hier besucht hat. Sie grasen um unser Auto und sind nicht scheu. Vor zwei Tagen erlebten wir hier auf dem Platz zwei Elefanten. Da wurden wir allerdings etwas nervös, weil wir gerade etwas getrunken haben, und Elefanten ein sehr gutes Näschen haben und auf alles Süße stehen. Als ich mich später geduscht habe, mit Limettenduft und plötzlich Tierdung gerochen habe, wurde ich nochmals richtig nervös. Doch zurück nach Mutare. Von hier aus geht es nach Harare, wo wir einen heftigen Regen erleben und keinen Campingplatz finden. Wir sind für Zimbabwe zu schlecht vorbereitet. Die touristische Infrastruktur ist sehr bescheiden, und was gestern in unserem Reiseführer noch gestimmt hat, gibt es heute nicht mehr. Nach Stunden des Suchens und Fragens geben wir auf und verlassen die Hauptstadt Zimbabwes und versuchen unser Glück in einem Vogel-Park an einem See. Der Campingplatz ist zwar ausgeschildert, doch wahrscheinlich auf Grund der heftigen regenfälle ist niemand da. Es wird schon wieder dunkel, und wir kommen bei einer äußerst liebenswerten weißen Dame unter, die seit 1961 in Rhodesien/Zimbabwe lebt. Sie lädt uns in ihr Gästezimmer ein und zwei Abende erzählt sie uns ihr Leben und viele Geschichten und Anekdoten, die es wirklich wert wären, dass sie veröffentlicht werden. Wir haben hier mit so vielen Menschen über die Situation im Land gesprochen, zugegebermassem mit mehr Weißen als Schwarzen, abe was wir hören, macht uns betroffen. Wir nehmen uns fest vor, vieles von dem gehörten zuhause zu recherchieren. Und jetzt sind wir am Lake Kariba und haben gerade eine Segeltour auf einem Katamaran hinter uns, inclusive Übernachtung an Deck unter einem afrikanischen Sternenhimmel. Wir haben Elefanten im Wasser gesehen, Nilpferde und Krokodile. Impalas haben uns in unserer kleinen Bucht gute Nacht gesagt und heute morgen haben uns Büffel begrüßt. Alles überwacht von dutzenden Seeadlern.Und wir haben ein paar schöne Barsche geangelt. NOch sind wir uns über die weiter Route nicht klar. Vermutlich geht es aber morgen weiter nach Sambia.

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Mo

02

Feb

2015

Mutare

Great Zimbabwe Monument ist die größte mittelalterliche Steinruinenstadt Afrikas, südlich der Sahara. Hört sich kompliziert an, ist es aber nicht. Sie ist Ausdruck eines entwickelten und wohlhabenden Reiches, das irgendwann untergangen ist und die Stadt dann von Nomaden und späteren nicht so entwickelten Völkern genutzt wurde. In diesem Sinne könnte man sie mit Petra in Jordanien vergleichen, wobei ich nicht weiß, wie historisch bedeutsam Great Zimbabwe ist. Jedenfalls wurde das Land, welches während der Kolonialzeit Südrhodesien hieß, nach der Unabhängigkeit wie diese Stadt benannt. Eigentlich hätten wir die Ruinen wieder für uns alleine gehabt, wenn da nicht ein Reisebus mit einer Lehrergruppe aus der Nachbarstadt gekommen wäre. Ich erzähle dem Busfahrer von unserer Polizeikontrolle und er lacht sich halb tot. Das waren definitiv Betrüger, da ist er sich sicher. In Simbabwe gibt es weder Zivilstreifen, noch irgendein Verkehrsverstoß, der über 20 Dollar kosten würde. OK, wieder was gelernt. Die nächste Station sind die Chimanimani Mountains an der Grenze zu Mosambik. Wir besuchen einen Wasserfall, baden in dem kristallklaren Wasser, umgeben von Dschungel und Felsen und wandern ein bisschen. Abends in der Lodge fallen uns die jungen Pärchen auf, die kommen, mit dem Manager plaudern, was trinken und dann im Haus verschwinden. Wir sind mal wieder in einem Stundenhotel gelandet. Glücklicherweise schlafen wir draussen in unserem Zelt. Aber was sollen die jungen Leute denn tun, wenn sie mal zu zweit sein wollen. In der all gegenwärtigen Rundhütte mit der ganzen Familie drumrum, kommen sicherlich keine romantischen Stunden zu stande. Der weitere Weg Richtung Mutare an der Mozambikanischen Grenze entlang wird von uns komplett unterschätzt. Dies war die ganz ursprüngliche Verbindungsstraße, wird aber seit Jahrzehnten nicht mehr genutzt, ausser von den dort lebenden Bauern und Schmugglern. Der erste Teil ist auch noch ziemlich ok, obwohl es regnet. Tiefe rote Schlammpfützen, Schlaglöcher und ein bisschen schmierig - das schreckt uns nicht mehr. Was dann aber kommt, lässt unsereDurchschnittsgeschwindigkeit rapide sinken. Immer am steilen Berghang entlang, wird diese Piste nur noch von Fussgängern, Vieh und schmalen einachsigen Esel-Karren genutzt. Nach einigen Kilometern, nicht mal mehr von diesen, wir sind einfach zu hoch und zu weit weg, so dass hier keine Menschen mehr leben. Die Piste ist schmal, manchmal sind Teile schon abgerutscht oder durch Felsen blockiert, so dass wir mit unserem schmalen Geländewagen gerade so durch kommen. Heftiger Regen hat metertiefe Rinnen gewaschen, die wir nur gaaaanz langsam überfahren können, dann wieder tiefer Schlamm, Geröll oder purer Fels. Teilweise ist die Piste dann wieder so stark mit Vegetation überwuchert, daß wir nicht sicher sind, wo der Abhang links beginnt, wo Pfützen oder Matsch lauern. Nach Stunden kommen wir in Richtung eines Sägewerks, und da beginnt, was wir aus Reiseberichten im tropischen Afrika kennen. Eine breite, knallrote Schlammpiste mit tiefen Spurrinnen und Löchern, die die großen Waldmaschinen hinterlassen haben. Als wir nach diesen vielleicht 80 Kilometern endlich wieder Asphalt unter den Rädern haben, beginnt die Dämmerung, und wir haben nochmals die gleiche Distanz nach Mutare, wo es Unterkünfte geben soll. Seit Botswana wissen wir, dass wir unsere Tagesstrecken sorgfältig planen müssen, da sich die touristische Infrastruktur nur auf große Städte und Sehenswürdigkeiten beschränkt. Und diese sind manchmal bis zu 300 Kilometern entfernt. Tankstellen übrigens ähnlich, und dann kann es sein, daß diese keinen Dieselkraftstoff haben. Dieses Mal haben wir uns kräftig verkalkuliert und wir machen das, was wir unbedingt vermeiden wollten. Wir fahren in der Nacht. Nicht nur, dass unser Oldtimer nur altersentsprechende Beleuchtung und keine Zusatzscheinwerfer hat, durch sein assymetrisches Licht und den Linksverkehr, fühlt sich der Gegenverkehr gestört und blendet unaufhörlich auf. Es gibt keine sichtbare Fahrbahnbegrenzung, dafür aber tiefe Schlaglöcher, Menschen, Tiere, Karren, Fahrräder und vieles mehr auf der Fahrbahn, alles unbeleuchtet. Das war die gefährlichste Fahrt, die ich je gemacht habe. Es war so anstrengend, dass ich danach sogar auf mein Abendessen verzichtet habe - und wer mich kennt, weiß, daß dies nur ganz ganz selten passiert.

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Fr

30

Jan

2015

Simbabwe

Gestern sind wir nach Simbabwe eingereist. Wir haben sowohl in Südafrika als auch in Botswana viele Weiße und einige Schwarze gesprochen, die ursprünglich aus dem Land stammen. Sie alle haben uns vor der großen Armut und vor Korruption gewarnt, so dass wir mit etwas gemischten Gefühlen zur Grenze gefahren sind. Das für uns Europäer ungewohnte Grenzprozedere ging relativ schnell. Zwei Stunden später und fast 200 US Dollar leichter betreten wir simbabwischen Boden. So viel kosten Visa, Autoversicherung und Straßenbenutzungsgebühr. Trotzdem gibt es auf den großen Verbindungsstraßen Mautstationen, wo man nochmals abkassiert wird. In Simbabwe wird komplett mit US Dollar bezahlt, die eigene Währung gibt es nicht mehr. Die kleinen Dollarscheinesind inzwischen so abgegriffen, schwarz, unleserlich, und brüchig, dass man sie kaum in den Geldbeutel stecken möchte. Nach der Grenze haben wir auf den nächsten zwei Kilometern noch drei Polizeikontrollen, aber die verlaufen freundlich korrekt, man will wissen woher wir kommen und wohin wir gehen, das Auto wird kurz angeschaut, ob wir die vorgeschriebenen Reflektorstreifen angebracht haben, und das war es dann schon. Dies war heute allerdings anders. Nach unserer Übernachtung in Bulawayo, einer Millionenstadt, sind wir unterwegs nach Great Zimbabwe, Unesco Weltkulturerbe und wichtigste Ruinen Afrikas südlich der Sahara. In Masvingo werden wir von einer Zivilstreife angehalten. Ich werde beschuldigt eine durchgezogene Fahrbahnlinie überfahren zu haben. Wir sollen mit der Streife zur Polizeistation fahren, wo wir bis Montag warten müssen. Dann soll ich dem Richter vorgeführt werden. Voraussichtliche Strafe 250 Dollar. Ich sitze im Fond des Polizeiwagens, argumentiere, erkläre und versuche sehr freundlich die Situation zu entschärfen, während ein Monsunregen niederprasselt. Irgendwann ist es den beiden dann wohl zu blöd, sie kommen mit mir nicht weiter und ich bekomme eine Verwarnung. Jetzt sitzen wir mutterseelenalleine auf dem Campingplatz des Weltkulturerbes. Es gibt keinen Strom und die Sanitäreinrichtungen waren sicherlich mal schön und sauber... Aber ich muss wieder einmal feststellen, die Menschen sind von großer Herzlichkeit und wir werden auch hier von (fast) allen herzlich willkommen geheißen.

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Mo

26

Jan

2015

Botswana

Wir sind den dritten Tag in Nata, Botswana, und campen auf der Lodge hier. Die Temperaturen bleiben stabil in den mittleren 30igern, und wir sind froh Liegen im Schatten und einen Pool nutzen zu können. Nach fast zwei Monaten Reise, war diese Pause überfällig. Zuvor hatten wir die Kalahari besucht. Nach schweren Regenfällen waren die Pisten hier eine echte Herausforderung. Tiefe lange Pfützen, Schlamm, und dann wieder Fels und Weichsand. Belohnt wurden wir mit Tierherden, Wüstenfüchsen, Schakalen, und... nachts wieder mit Löwengebrüll. Hierzu muss man wissen, dass in Botswana die Übernachtungscamps weder eingezäunt noch bewacht sind. Man überlegt sich wirklich mehrfach, ob man nachts aus dem Zelt klettert um Pinkeln zu gehen. Danach wagen wir ein besonderes Abenteuer. Die Piste über große Salzpfannen nach Kubu Island, ein heiliger Ort der Buschmänner. Normalerweise ist diese Strecke während der jetzigen regenzeit nicht zu befahren, und in der Trockenzeit sollte man ebenfalls mit mehreren Fahrzeugen unterwegs sein. Das Risiko mit dem Wagen durch die Salzkruste zu brechen und im Schlamm festzustecken ist immer vorhanden.Wir erkundigen uns auf der Gweta Lodge, und von dieser Seite aus sollte es gehen. Es hat seit Wochen nicht richtig geregnet und erst vor kurzem ist eine Gruppe die Strecke gefahren. Wir beschließen es zu wagen, penibel in der Spur zu bleiben, und sobald wir sehen, dass die Spur tief und matschig wird, umzudrehen. Wir packen Wasser, Vorräte und Diesel ein. Es ist Zebra-Wanderung, und wir sehen große Herden der gestreiften Pferdchen. Das schönste Erlebnis ist, als wir auf dem Salzsee mit ca. 70 Sachen in mitten einer galoppierenden Herde dahinsausen. Der Matsch ihrer Hufe fliegt durch unsere Seitenfenster, so nah sind wir uns. Als wir kurz darauf noch einen Geparden in voller Geschwindigkeit die Savanne durchkreuzen sehen, sind wir platt. Die Nacht auf der Felsen-Insel, die aus dem flachen Salzsee ragt hat etwas mystisches. Wir lassen uns von den vielen skurilen Baobab Bäumen und dem heiligen Platz der San-Buschmänner begeistern. Inzwischen hat unser treuer Toyota 10.000 km mit uns in Afrika zurück gelegt, so dass wir jetzt zuerst einmal einen Ölwechsel machen, bevor wir uns auf den Weg nach Simbabwe aufmachen werden

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Mi

14

Jan

2015

Safari - Fortsetzung

Nach unserem aufregenden Rhino-Erlebnis wollten wir eigentlich einen ruhigen Abend im Camp des Parks verbringen. Doch schon beim Abendessen zubereiten hörte ich das heißere tiefe Brüllen eines Tierens. Es begann mit einem lautem Schreien, gefolgt von rhythmischen Stöhnen und wieder Schreien. Ehrlich gesagt, hörte es sich nach heftigem tierischen Geschlechtsverkehr an. Dies wiederholte sich alle halbe Stunde bis Stunde. Als wir später im dunklen weil stromlosen Camp nach dem Essen zusammensaßen, hörte Tina Schritte. Ich richtete unsere leuchtstarke Aldi-Taschenlampe in die Richtung und der Ranger tauchte mit freundlichem Lächeln auf. Wir fragten ihn, wer denn diese Schreie verursachte und er bestätigte, dass dies ein Löwe beim Geschlechtsverkehr sei: ¨it`s a lion, but it`s far away, 100 to 150 Meter...¨ Die zweite Hälfte seiner Aussage verunsicherte uns schon ein bisschen, schließlich hatten wir den verrosteten halbhohen Stacheldraht des Camps vorher gesehen. Jedenfalls ging die Orgie in schöner Regelmäßigkeit die ganze Nacht durch, immer wieder wurde das Gebrüll von einem anderen Löwen aus anderer Richtung kommentiert. Die Nachtruhe war entsprechend kurz für uns. Am nächsten Tag haben wir Swaziland verlassen, für uns war das durchfahren der endlosen zuckerrohrfelder und wenige Ortschaften eher langweilig, vielleicht tun wir dem Land mit diesem Urteil aber Unrecht. Gestern sind wir dann in den Kruger Nationalpark eingefahren, und haben seither unendlich viele wilde Tiere gesehen. Große Herden elefanten, Wasserbüffel, Antilopen, ein Rudel Wildhunde, Giraffen, Zebras, Gnus, Kudus, Waterbucks, verschiedene Adler, Rhinos, Hippos und natürlich Löwen sowie einen Leoparden. Da es Sommer ist und viel regnet, ist der Park grün und die Tiere können sich hinter Büschen sowie im hohen Gras hervorragend verstecken. Es gibt genügend Wasser, so dass man an den großen Wasserstellen vergeblich wartet. Wir hatten also ganz schön viel Glück. Aber wir sind auch in Schleichfahrt mit unserem Geländewagen durch den Park gefahren, der Beifahrer immer Fernglas und/oder die Kamera am Auge. Allerdings war es gestern unerträglich heiß, es dürften knapp an die 40 Grad ewesen sein bei hoher Luftfeuchtigkeit. Glücklicherweise habe die Camps im Park jeweils Swimmingpools, die zwar auch warm sind, aber im ersten Moment doch etwas erfrischen.

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Mo

12

Jan

2015

Heia Safari

haia safari nachdem wir einen ruhetag in ballito noerdlich von durban verbracht haben, ging es gestern durch den hluhluwe imfolozi wildpark. eines vorweg, es ist hier sehr warm (gluecklicherweise haben wir keinen thermometer im auto, sonst waere es uns noch heisser), und die luftfeuchtigkeit ist hoch. wir sind ordentlich am schwitzen in unserem oldtimer. denoch haben wir den besuch im park sehr genossen. immerhin haben wir drei der soenannten "big five" gesehen: elefanten,bueffelund nashoerner. ausserdem giraffen, zebras, antilopen und gnus. leider hatten sich loewe und leopard versteckt, dafuer konnten wir einen geparden beobachten. jetzt geht es durch swaziland in den kruegerpark, wo wir mit fernglas und foto den grosskatzen auflauern wollen! 


Tassenklau und Rhino-Attacke

Wir sind gestern spät im Busch-Camp angekommen - wieder mal ein fantastischer Platz, mitten in der Wildnis, alles rustikal, aber gepflegt. Wir sind in die Dunkelheit gefahren, eigentlich ein ¨No Go¨, hatten aber vorher nichts gefunden.Wir bauen auf und kochen in der offenen Gemeinschaftsküche. Unsere Küchenbox lassen wir der Einfachheit halber für morgen früh stehen. Als ich mich fürs Schlafen gehen fertig mache kommt noch ein Auto auf dem Platz an, zwei Jungs mit einem Kleinwagen, ich vermute Touris mit Mietwagen. Ich gehe nochmals in die Gemeinschaftsküche, und tatsächlich, da trinken die Jungs aus unseren Bechern. Ehrlich gesagt, wenn ich mir siffige Gemeinschaftsgeschirr sehe, dann hätte ich auch eher die gespülten Edelstahltassen gewählt. Aber es war auch eindeutig, dass diese kaum zum Campingplatz gehörten. In der mir eigenen freundlichen Art mache ich die Jungs darauf aufmerksam, dass die Tassen keinesfalls Allgemeingut seien, sondern eindeutig zu mir gehören. Den beiden ist es extrem peinlich - dass sie erwischt wurden - ich werde freundlich und wir kommen ins Gespräch. Nach zwei Minuten weiß ich, dass es Deutsche sind und der eine sogar mit Sofie in der Freiwilligen-WG in Kapstadt wohnt. Später bringe ich den Beiden noch unsere angebrochene Flasche Wein ins Auto, damit sie besser in den Liegesitzen ihres Miet-Kleinst-Autos schlafen. Wir genießen noch den Swimmingpool im Camp bevor wir uns auf die heiße Fahrt nach Swaziland machen. Als wir mit allen Formalitäten an der Grenze durch sind, fällt einem Beamten der fehlende Registrierungsaufkleber auf, den sonst doch alle Autos hätten. Ich erkläre ihm, dass wir aus Deutschland seien, und deshalb das Auto weder in Südafrika noch quasi in Swazi registriert sei, sondern in Europa. ¨But Sir, you are in another country now and you have to respect our rules!¨ Er hat recht, und mir fällt was ein. Wir haben da doch den schönen TÜVStempel am Nummernschild, da steht auch ein Datum drauf. Ich zeige ihm den Stempel und er versteht, ist zufrieden und hat bei der Hitze wahrscheinlich auch keine Lust mehr sich mit mir zu beschäftigen. Vor seinen kompletten Kollegen klärt er mich nochmals darüber auf, dass diese Sache sehr ernsthaft sei, und ich bei weiteren Kontrollen direkt den Stempel mit den entsprechender Erklärung zeigen sollen, schließlich könnte hier keiner wissen, dass wir die Registrierung am Nummernschild und nicht auf der Scheibe hätten. Wir reisen ein. Wenige Ortschaften, dafür aber viele Rinder auf den Straßen, das ist unser Eindruck bis zum Hlane Nationalpark, wo wir campen wollen. Wir sind so rechtzeitig da, dass wir noch eine kleine Safari mit unserem Wagen machen können. Der Busch ist dicht, die Wege matschig und extrem ausgefahren, voller Konzentration schauen wir nach Wild aus. Nach einer Abzweigung kreuzen direkt zwei Rhinos unseren Weg. Ich bleibe stehen und will fotografieren, doch Tina ist die Nähe von unter zehn Metern nicht geheuer, Wir fahren weiter. Doch der Weg ist eine Sackgasse. Also wenden wir. An genau der gleichen Stelle, wo wir vorher die beiden getroffen haben, kommt uns ein riesiger Nashornbulle entgegen. Ich mache den Rückwärtsgang rein, wende im Unterholz und der Kerl gibt Vollgas und verfolgt uns. Unglaublich wie eine so riesige Tiermasse sich so elegant und schnell fortbewegen kann. Wir rumpeln mit ordentlicher Drehzahl durch die Schlammlöcher bis zum Ende der Sackgasse - er ist weg. Wieder wenden wir und fahren langsam zurück. Weit vor uns kreuzt er unseren Weg und schenkt uns keinen Blick. Vorsichtig geht es weiter. Hinter der nächsten Kurve eine Nashorn-Mama mit Kind. Noch bevor ich ünberhaupt reagieren kann flünchten beide in den Busch - wir sind mit Adrenalin vollgepumpt bis in die Haarspitzen. Einige Meter weiter sehen wir bei einer kleinen Abzweigung folgendes Schauspiel: Ein Auto (das einzige ausser uns momentan im Park), steht auf dem engen Buschtrail, ihm kommen drei Elefanten entgegen, mit wedelnden Ohren, hoch aufgerichtet und etwa 50 Meter hinter ihm stehen 5 Nashörner direkt im Weg. Wir sind vielleicht 300 Meter entfernt, beobachten mit laufendem Motor, ob wir vielleicht gleich losfahren müssen um Hilfe zu holen. doch der kleine rote Geländewagen hat die Ruhe weg. Ganz langsam fährt er rückwärts auf die Rhinos zu, die Elefanten nehmen seine Flucht wohlwollend zur Kenntnis und werden langsamer. Die Rhinos machen zuerst platz, dann stellt sich ein großer Bulle wieder in den Weg. Das Auto bewegt sich ganz langsam, wendet in einer Lücke im Busch und kommt die letzten Paar Meter auf die Rhinos zu. Jetzt geht auch der Bulle zur Seite. Tina und ich haben während dem Schauspiel keinen Atemzug getan, wir sind völlig fertig. An weiteren Rhinos vorbei - die sind jetzt alle wach und latschen im Gebüsch neben uns oder queren den Weg - fahren wir in unser umz-äuntes Camp. Uff.

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Fr

09

Jan

2015

Werkstatt-Tag

Heute war Werkstatt-Tag. Wir haben 25 km ausserhalb von Pietermaritzburg übernachtet und sind um 6 Uhr aufgestanden, um rechtzeitig um 8 Uhr in der Werkstatt von Campworld zu sein. Gestern schon waren wir bei Campworld, und haben unser neues Dachzelt klar gemacht, sorry Til. Das Dachzelt von Dir hat uns 5 Wochen beherbergt, allerdings war es nicht mehr dicht, und das Risiko, dass der Stoff wieder reisst ist uns für die nächsten Monate einfach zu groß. Wir haben Dein Zelt, Til, der Missionsstation in Lesotho gespendet, wo wir vor kurzem waren. Studenten werden es bei Exkursionen im Land nutzen. Ich denke, mit diesem Einsatz-Zweck können wir leben?! Um 11 Uhr war das Dachzelt montiert. Wir haben uns noch rote und weiße Reflektor-Sticker besorgt, die man in Simbabwe benötigt, Dann ging es weiter zum Auto-Elektriker. Der Anlasser wurde ausgebaut und die Kontakte gewechselt. Wir wollen so viel als möglich in Südafrika erledigen, wo die Infrastruktur gut ist, bevor wir nach Simbabwe fahren. Deswegen waren wir um halb zwei dann auch schon beim Feder-Spezialist, wo wir die Blattfedern hinten links nachbiegen ließen. In Baden staucht man in dieser Jahreszeit sein Bier (das heißt, man stellt eine kalte geöffnete Flasche Bier in warmes Wasser, damit man diese nicht so kalt trinken muss), ich habe mir hier die Blattfeder gestaucht. Dann ließen wir uns noch eine Kühlerbefestigung schweißen, und gegen 4 Uhr ging es endlich Richtung Küste nördlich von Durban, wo wir in Ballito einen Campground gefunden haben. Die Fahrzeugreparaturen hören sich dramatischer an, als sie sind. Wir sind mit einem Oldtimer unterwegs. Die Banspruchung auf den teilweise extremen Pisten und Pfaden (Lesotho) ist enorm. Wir haben so etwas noch nicht erlebt. Aber alle Probleme ließen sich beheben. Und die Begegnungen mit den Menschen in den Hinterhof-Werkstätten sind unbeschreiblich. Inzwischen werden wir mehrfach täglich bezüglich unseres Autos angesprochen. Die Begeisterung der Südafrikaner und Lesothis für unseren Oldie öffnet Türen für aussergewöhnliche Einblicke in den Alltag der Menschen. Wir erzählen über unsere Reise und über uns, und fragen, wie die Einheimischen leben. Und wir bekommen immer Antworten, man nimmt sich Zeit, uns zu erklären, wie der Alltag, das Leben und die Zukunftsperspektiven sind. Deshalb sind wir inzwischen mehr als bestätigt, diese kurzfristige Entscheidung mit unserem Pick-Up gefällt zu haben. Und ganz ehrlich, viele der Pistenkilometer hätten wir mit dem Motorrad nicht geschafft, schon garnicht in Lesotho bei Regen. Heute nacht werden wir also in unserem neuen Dachzelt verbringen! Sleep well in your Bettgestell...

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Do

08

Jan

2015

Höchster Pub Afrikas

Wir sind am Sani-Pass, haben hier heute nacht im Backpackers bei Temperaturen knapp über Null Grad übernachtet.

Gestern war ein ziemlich heftiger Offroad-Tag, es waren die schlimmsten Viehpfade, die wir bislang hatten, und dann kam ein Gewitter mit Hagel. Aber unser Auto hat mit der motivierten Besatzung super durchgehalten. knapp 200 km in 11 Stunden Fahrzeit.

Deshalb haben wir uns dann auch das Backpackers inclusive Halbpension gegönnt!

hier hatten wir ein schönes Fläschchen Wein gestern abend
hier hatten wir ein schönes Fläschchen Wein gestern abend
Blick vom Sani Pass (Lesotho) nach Südafrika
Blick vom Sani Pass (Lesotho) nach Südafrika
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So

04

Jan

2015

Gottesdienst in ¨Sesuthu¨ (Sprache Lesothos)

Zuerst einmal wollen wir Euch allen ein Gutes Neues Jahr wünschen. Glück, Gesundheit, und vielleicht können Tina und ich mit unseren Reise-Erlebnissen Euch ein bisschen Inspiration in diesem Jahr geben. Silvester haben wir auf einem Campingplatz nahe Kimberley verbracht. Um Mitternacht hörten wir das Ploppen einer einzigen Champagner-Flasche, ansonsten war es ruhig. Wir verbrachten den Abend mit einem Unternehmer aus Kapstadt, und wir bekomen immer mehr Informationen über Südafrika und ein besseres Verständnis für die Menschen und ihre Lebensverhältnisse. Dadurch, dass hier Ferien sind, sind die Campingplätze ziemlich voll und wir bekommen durch unser auffälliges Auto mit deutschem Kennzeichen immer schnell Kontakt. Wir haben das größte von Menschenhand gebuddelte Loch der Erde besichtigt, die Diamantenmine in Kimberley und sind weiter Richtung Lesotho gefahren. Nach der Grenze ändert sich das Bild sofort. Anstatt Zäune gibt es Hirten. Es wird intensiver Landwirtschaft betrieben als in Südafrika, und es ist grüner. Es ist Hochland, die Landschaft ist spektakulär. Und wir sehen keine Weißen mehr. An der Grenze bekommen wir eine Touristen-Karte und wir machen uns auf den Weg um Felsmalereien zu besichtigen. Wir finden den Ort, aber nirgends einen Hinweis. Weiter geht es zu Dinosaurier-Spuren. Wir fragen uns durch, keiner weiß etwas von diesen Spuren, aber immerhin kann man uns den Weg zu dem Ort beschreiben, der auf der Karte angegeben ist. Wir fahren die kleine Piste, fragen Menschen, aber finden nichts. Als wir kehrtmachen kommt uns in rasantem Tempo ein Landrover entgegen - der erste Weiße, den wir in Lesotho sehen. Er zeigt uns den Weg zu den Spuren - es ist nichts ausgeschildert oder beschrieben, man läuft über eine Felsplatte und sucht sich die Abdrücke der Riesenechsen. Und er lädt uns ein, zu seiner Missionsstation, wo wir jetzt sind. Es geht nicht in erster Linie um Missionierung, sondern um ein Landwirtschaftliches Projekt, dass es den Bauern ermöglichen soll ohne teuren Dünger und Pflanzenschutz auszukommen, und gleichzeitig die fortschreitende Bodenerosion zu verhindern. Wir schauen uns alles an, lassen uns alles erklären und von der Begeisterung anstecken. Es gibt abends einen fantastischen Braai - Springbok und selbstgemacht Wurst - in geselliger Runde. Heute morgen ging es zuerst in einem uralten, verbeulten Landrover offroad durch das Tal. Wirkonnten uns nochmals ein Bild vom Fortschritt des Projektes machen, danach nahmen wir am Gottesdienst teil. Dieser war in der Sprache Lesothos - Sesotho - und unglaublich herzlich. Wir wurden vom Pastor persönlich begrüßt, mussten uns vorstellen und wurden nach vorne gebeten. Dann hat uns die gesamte Gemeinde mit afrikanischem Gesang und stampfenden Tanz einzeln per handschlag begrüßt. Mehrfach wurde während des Gottesdienstes für uns und unsere Reise gebetet. Glücklicherweise hat uns August immer erklärt, was gerade stattfand. Unglaublich, diese Herzlichkeit, Offenheit, Einfachheit und die natürliche Spiritualität dieser Menschen. Jetzt fühlen wir uns im "richtigen" Afrika angekommen.

Tina hat im neuen Jahr schon wieder mächtig Schwein
Tina hat im neuen Jahr schon wieder mächtig Schwein
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So

28

Dez

2014

Beaufort West

wir sind über eine Stunde in der Halbwüste Karoo umher gestapft, haben ganz viel Tierscheiße von verschiedenen Tieren gesehen, aber kein einziges Tier. Das war einerseits enttäuschend, andererseits sind wir in der Wueste. Wir lieben die Wüste, und wir lieben dieses Land. Es war Klasse. Einzig die Furcht vor Schlangen hat unseren Vorwärtsdrang etwas gehemmt. Aber die Ruhe, die Weite, die eigene Verlorenheit, die man nur in entlegenen Naturräumen erlebt, die hat uns komplett gefangen genommen. Abends dann eine Dusche mit Blick in diese weite Landschaft, und danach gepflegt Braai. Wir lernen diese Kultur der Zubereitung von Speisen auf Holzfeuer zu schätzen. Heute morgen um 5 Uhr werden wir dann von Schakalen geweckt, die direkt vor unserem Auto bellen und sich kabbeln. Als ich gegen 6 Uhr aufstehe, verjage ich Paviane, die sich direkt an unserem Platz tummeln. Sie sind richtig groß, aber sehr scheu. Da einer in eine andere Richtung flieht, ruft er noch lange nach seinen Gefährten, bis sie sich finden. Wir packen zusammen und fahren noch über hundert kilometer Piste, teilweise ziemlich ausgefahren durch ausgetrocknete Flussbette oder steile Hänge, teilweise über schnellen Schotter und Wellblech. Und jetzt sehen wir Sprinbok, Riibok, Steenbock und Antilope, und natürlich Paviane. Scheue große Exemplare, die entweder flchten oder uns aus weiter Entfernung beobachten. Das entschädigt für gestern, als wir doch ein bisschen enttäuscht waren. Jetzt sind wir in Beaufort West, am Eingang des Karoo-Nationalparks, wo wir leider keinen Campingplatz im Park bekommen haben. Es ist Ferienzeit. Das bemerken wir an allen touristischen Attraktionen hier. Einige Kilometer vom Nationalpark entfernt bekommen wir Platz auf einem Caravan-Stellplatz und versuchen trotz heftigem Wind unser Feuer für das abendliche Braai zu entfachen.

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Sa

27

Dez

2014

Wieder in der Wüste

Nach Weihnachten mit Sofie haben wir gestern Kapstadt wieder verlassen und sind Richtung Nordwesten und somit wieder in die Karoo gefahren.Unser Ziel ist Bloemfontein und Kimberley. Da wir wussten, dass dies in einem Tag nicht zu schaffen ist, haben wir einen Campingplatz auf der Strecke gesucht, und im Internet dieses Kleinod gefunden. 70 Kilometer ging es über Schotter- und Naturpisten, an Abzweigungen zu abgelegenen Farmen vorbei, bis wir endlich da waren. Ebenfalls komplett abgelegen, sind an einem Flußbett insgesamt 15 Campsites aufgebaut, ohne Sichtkontakt zueinander, alle mit eigenem Waschhäuschen, Grill, Feuerholz, Wasser aber ohne Strom. Und in der Mitte gibt es eine Selbstbedienungs-Bar mit gekühlten Getränken. Dort haben wir gestern abend noch ein Bierchen mit drei einheimischen Motorradfahrern und dem Farmbesitzer getrunken. Als dieser weg war, erzählten uns die Motorradfahrer, dass dieser tatsächlich Mulitmillionär sei, der sein Geld mit einer Spedition und weiteren Unternehmen verdiene, mehrere Farmen betreibe, und diese Farm einfach nur sein Ausruhe-Platz sei. Auf den über 20.000 Hektar wird nichts angebaut, es gibt kein Vieh, sondern nur Wildtiere, die man beobachten aber nicht jagen darf. Wir genießen die Ruhe der Wüste, grillen und beschließen einen Tag länger zu bleiben - unsere Vorräte sollten reichen, für Bier und Wein ist in der Bar gesorgt. Bislang haben wir allerdings nur Vögel und Hühner beobachtet, wir wollen jetzt aber zu einer kleinen Wanderung aufbrechen.

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Mi

24

Dez

2014

Ueberraschung für Sofie - wir feiern Weihnachten zusammen

Weihnachten mit Sofie in Südafrika
Weihnachten mit Sofie in Südafrika
Kartoffelsalat, Backfisch, Mozarella-Sticks...
Kartoffelsalat, Backfisch, Mozarella-Sticks...

Sa

20

Dez

2014

Schraube(n) locker

Nachdem wir so viel über südafrikanischen Wein erfahren, und in winemaker Chris einen Freund gefunden haben, führt uns unser Weg weiter nach Montagu. Unser Auto ist nicht für Autobahnen und Schnellstraßen gemacht, sondern für kleine winklige, am liebsten unbefestigte Pisten. Und auf die gehen wir.

Abends auf dem Camp in Montagu dann ein erster Schreck: an einem Hinterrad sind zwei Radbolzen nebeneinander gebrochen. Ich kontrolliere alle anderen Radschrauben und am nächsten morgen bekommen wir eine völlig unkomplizierte Reparatur bei einem Reifenhändler. Er meint, dass auch unser Auspuffrohr zu kurz ist, und die heißen Auspuffgase bei den hier herrschenden Temperaturen den Reifen schädigen könnten, also schweißt er kurzerhand eine Verlängerung an. Das ganze für keine 30 Euro.

Wir passieren auf der legendären Route 62 Ronnys Sex Shop, wo Reisende aus aller Welt ihre Wäsche, insbesondere BHs an die Decke hängen. Eine kleine Oase der sexuellen Inspiration in der ansonsten kargen Wüstenlandschaft. Weiter geht es über Pisten, an privaten Game-Lodges vorbei, und wir sehen unsere ersten Elefanten, Giraffen, Zebras, Gnus und diverse Antilopen.

Weiter geht es nach Cango und von dort über eine ausgesetzte Offroadpiste in das Gamskloof Nature Reserve, mitten in den Swartbergen. Wir benötigen für die 38 km gute 2 Stunden. Die Piste wurde erst in den 60igern gebaut, vorher konnte man das kleine Tal nur zu Fuß erreichen. Inzwischen haben es die Bewohner verlassen und es wurde zum Naturreservat.

Wir verbringen die Nacht inmitten der Wildnis, grillen, genießen einen ungewohnten Sternenhimmel und hören die Geräusche der Wildtiere. Ausdrücklich gewarnt vor den Pavianen, wollen wir nachts lieber nicht das Dachzelt verlassen.

Am nächsten Morgen machen wir eine kleine Wanderung, und bei der Anfahrt zum Hiking Trail sehen wir eine große Pavianherde am Parkplatz, die allerdings sofort flüchtet. Die Natur ist so ungewohnt, und bei der Wanderung bekommen wir einen kleinen Eindruck, wie sich die Siedler vor 150 Jahren mit der Vegetation, dem Klima und der Wildnis arrangieren mussten, um hier zu leben.

Zurück über die steile enge und kurvige Piste besuchen wir die Cango Caves, eine große Tropfsteinhöhle, die jetzt in der Ferienzeit natürlich kein Geheimtipp ist. Wir erleben eine lustige Führung, die eher entertainment anstatt Information bietet, und lernen, dass die Menschen hier am liebsten Afrikaans reden, nicht Englisch.

Abends landen wir in Oudtshoorn, wo wir zum zweiten Mal eine verlorene Schraube am Dachzelt ersetzen müssen, die Rüttelei auf den Pisten fordern eben ihren Tribut

Blick vom Swartberg Pass
Blick vom Swartberg Pass
Buschcamp
Buschcamp
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Mo

15

Dez

2014

Braai

Wir dürfen auf einem Weingut unser Zelt aufschlagen. Nach einer tollen Weinprobe kochen wir uns etwas zum Abendessen und sitzen auf der Terasse einer scheinbar unbewohnten Ferienwohnung. Pötzlich geht das Licht an und Chris betritt die Terasse, er ist Kellermeister auf dem Weingut und schläft heute nacht in der Wohnung mit zwei seiner Kollegen.

Wir sind herzlich willkommen, können uns gerne zu ihnen setzen sie hatten einen langen Tag und sind entsprechend hungrig. Deshalb wird jetzt zuerst einmal gebraait - das ist die südafrikanische Art des Grillens. Ich stelle viele Fragen, und es ist so, als ob man in einem deutschen Fussballstadion jemanden fragen würde, wie das Spiel denn funktioniert und warum wer was macht. Ich bekomme viele Antworten und alles geduldig erklärt.

Braai ist die Lieblingsbeschäftigung der Südafrikaner. Es geht immer um Fleisch - viel Fleisch und nur von bester Qualität - und der besten Marinade oder Verarbeitung. Uebrigens, Vegetarier gibt es auch in Südafrika, die würden dann eben Hühnchen essen. Es kann ausschließlich auf einem guten Holzfeuer gebraait werden, das zur idealen Glut heruntergebrannt ist. Und ein solches Grillfeuer wird jetzt an der offenen Feuerstelle im Apartement entzündet. 

Es gibt Lammkoteletts, Boereworst und Braai-Bricks, das sind gegrillte Sandwiches, die aussen nur leicht braun, aber innen schön warm sind - eine kleine Kunst.

Wir unterhalten uns lange und angenehm, und irgendwann klettern Tina und ich volltrunken in unser Dachzelt, wo wir dem infernalen Froschkonzert nur kurz zuhören, bevor wir einschlafen.

camp auf dem Weingut
camp auf dem Weingut
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Fr

12

Dez

2014

Eine besondere Dose

zum Wohl, Afrika!
zum Wohl, Afrika!
Als wir uns kurzfristig für den Toyota entschieden haben, haben uns Til und Wiedi total klasse unterstützt, indem sie uns equipment für das Auto geliehen bzw. geschenkt haben. In einer Alukiste lag noch eine Dose Fürstenberg Pilsner... Diese habe ich während der Vorbereitungen irgendwo in`s Auto geworfen und heute wieder gefunden. Ich vermute mal, dass die Dose schon einiges erlebt hat: aus dem schönen Schwarzwald nach Nordafrika (Tunesien oder gar Libyen, Til?), zurück in den Schwarzwald und dann per Container nach Südafrika. Und heute abend haben wir Sie auf die Schwarzwald-Wüstenfreunde getrunken! Dank` Euch Freunde!!!!
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Fr

12

Dez

2014

African Overlanders Camp

Wir haben unser Auto - endlich. Alles hat gut geklappt. Wir waren mit Duncan von African Overlanders am Hafen und konnten sehen, wie er die beiden Landcruiser ause dem Container geholt hat. Nach über 4 Wochen sprang unser Pickup sofort an - keine Frage. Dennoch konnten wir nicht in`s Camp fahren, weil der andere Toyota zwar ansprang aber nur in Leerlaufdrehzahl lief. Wir probierten einiges gemeinsam aus, keine Chance. Die Elekronik meldete einen Schaden,nichts ging. Sind wir froh, dass unsere Kiste keine Elektronik hat.

Problemlos fanden wir das Camp, waren einkaufen, haben unser Dachzelt aufgebaut und mit einem spanischen Pärchen den Abend verbracht. Zum ersten mal baben wir uns Boerewoorst gebraten, eine lange gut gewürzte Grillwurst aus vornehmlich roten Fleisch (Rind, Lamm, Wild) - super lecker mit Hot-Peri-Peri Sauce.

Wir verbrachten die erste Nacht in unserem Dachzelt, und schliefen hervorragend. Heute morgen wollte ich dann zuerst noch einmal zum Arzt, um nochmals nach meinem Ellbogen schauen zu lassen. Tina wollte fahren und hat sich noch auf dem Campingplatz nach keinen 10 Metern im weichen Sand komplett festgefahren. Also mussten wir zuerst eine Bergung vornehmen. (Zum Glück sass ich nicht am Steuer...)

Auch in Südafrika sind die Ärzte gut beschäftigt, und so war es eine ewige Hin- und Her-Fahrerei, bis ich einen Termin hatte. 20 ml Wundflüssigkeit und ca. 30 Euro leichter verließ ich zehn Minuten später die Praxis mit punktiertem Ellbogen. Das ist medizinische Effizienz!

Es ist immernoch warm, aber ein starker Wind und durchziehende Wolken machen es uns erträglich. Das Areal, das zu Kapstadt gehört ist riesig. Es sind gigantische Flächen mit kleinen Einfamilienhaus-Siedlungen, townships, Industriegebieten, Shopping-Centern, und dann dazwischen Brachland oder Landwirtschaftsfläche. Die Menschen, mit denen wir bislang zu tun hatten, egal ob schwarz, weiß oder gemischt, waren alle sehr freundlich, hilfsbereit und offen. Das heißt, wir fühlen uns wohl hier.

Ich fahre den Pickup voller Stolz aus dem Container!
Ich fahre den Pickup voller Stolz aus dem Container!
Unser Camp bei African Overlanders
Unser Camp bei African Overlanders
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Di

09

Dez

2014

Kapstadt

Wir sind jetzt den 5ten Tag in Kapstadt, und wir haben so viele Eindrücke gesammelt, dass wir heute vormittag einfach mal in unserer Backpacker Unterkunft bleiben, entspannen und einsortieren.

Zuerst einmal, wir sind problemlos eingereist. Vielleicht lag das daran, dass die Zöllnerin gesehen hat, dass ich in zwei Tagen Geburtstag haben würde, worauf ich sie fragte: "Do you think it is a good idea to celebrate the 50th in Capetown?" - "It`s the best idea!" und sie fragt nicht nach weiteren Papieren.

Wir fahren problemlos mit dem Bus in die Stadt und passieren die ersten townships. Da es sehr warm ist sind die Busfenster geöffnet und man riecht den Müll bevor man realisiert, wo man ist. Auf der einen Seite der Autobahn Wellblechhütten und Gestank, auf der anderen Seite ein hoher Zaun und dahinter eine "normale" Wohnsiedlung.

Nachdem wir eingecheckt haben melden wir uns bei meiner Tochter Sofie. Sie macht seit über drei Monaten einen Freiwilligendienst in Kapstadt. Wir treffen sie am Nachmittag am Bahnhof. Mit ihren langen dredlock-Zöpfen passt sie gut in`s Bild dieser multikulturellen und farbigen Stadt.

Am Samstag schlafen wir lange aus, bevor wir einen ausgedehnten Bummel durch das historische Kapstadt machen. Wir finden uns sehr schnell zurecht. Die Stadt ist eigentlich sehr europäisch, das einzig irritierende sind die massiven Gitter vor jeder Tür und die alarmgesicherten Häuser. Die Kriminalität hier lässt uns schnell vorsichtig werden.

Am Sonntag fahren wir bei schönster Sicht auf den Tafelberg. Es hat über 30 Grad, so daß uns die Entscheidung leicht fällt mit dem cable-car zu fahren, anstatt zu laufen. Die Aussicht ist großartig und ich gebe zu: Kapstadt ist eine der schönst gelegenen Metropolen der Welt! Und noch etwas, wer kann schon von sich behaupten seinen Fuffzigsten auf dem Tafelberg gefeiert zu haben?

Danke an alle Gratulanten, die mich auf den verschiedensten Kanälen zu erreichen versucht haben - vielen Dank für Eure herzlichen Wünsche. Sie sind angekommen, auch wenn ich bislang nicht geantwortet habe.

Abends sitzen wir wiederum mit Sofie auf der Terasse eines schönen Restaurants an der Waterfront und lassen den Tag danach an der Backpackers Bar ausklingen.

Der gestrige Tag brachte ein emotionales highlight. Wir besuchen mit Sofie ihr Educare im township Kayelitsha. Ein bunter und optimistischer kleiner Punkt in einer tristen grauen Umgebung von Wellblechhütten und Trostlosigkeit. Ich habe hohen Respekt vor meiner Tochter, dass sie bereit ist hier zu arbeiten. Die Kinder sind super, sie begrüßen uns mit Handschlag, wollen fotografiert, umarmt, auf den Arm genommen, geknutscht und geknuddelt werden. Bei unserem kurzen Aufenthalt sehen wir nur diese positiven Seiten und die "lieben" kids. Diejenigen, die sich verstört oder traumatisiert zurückgezogen haben, sehen wir nicht.

Danach fahren wir mit dem Mietwagen noch raus an's Kap. Es ist neblig, wir können vom Leuchtturm aus nicht mal die tosende See sehen, nur hören. Den Abzweig zum eigentlichen Kap hätten wir im nebel fast versäumt. Aber wir sehen zwei Pavianherden, frei spazierende Straußen und ein Kudu. Der Straße zurück nach Kapstadt - eine der schönsten Küstenstraßen Afrikas - fahren wir komplett im Nebel.

Kapstadt ist bunt und entspannt. Aber es ist auch eine Stadt der Kontraste. Wohlstand kontrastiert mit Armutskriminalität, weshalb sich alle zu schützen versuchen. Die blonden weißen Bedienungen eines Burger-Restaurants kontrastieren mit dem schwarzen Küchen- und Abräumpersonal. Dennoch spürt man einen großen Optimismus bei den jungen Menschen. Und die Menschen hier sind unglaublich freundlich und man sieht so viele strahlende Gesichter

Sofie mit ihren kids
Sofie mit ihren kids
Auf dem Tafelberg mit Blick auf Kapstadt
Auf dem Tafelberg mit Blick auf Kapstadt
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Do

04

Dez

2014

Erster Schreck am Flughafen Frankfurt

Und so geht`s weiter:

Der Reisebericht von Walther und Kari hatte uns auf den ersten Seiten gleich zum Schmunzeln gebracht. Die beiden erzählen, dass sie in Hamburg beinahe nicht in den Flieger nach Südafrika einchecken durften, weil sie kein Aus- oder Weiterreiseticket hatten.

Zufällig hatten wir von diesen strengen Bestimmungen gehört und deshalb ein flexibles ticket gekauft, dass wir für Anfang Juni aus Windhoek terminiert hatten. Die Dame von Condor war sehr freundlich, hat uns die Bestimmungen erklärt und versprochen, dass es jetzt keine Probleme mit der Einreise geben würde.

Man kannn sich vorstellen, was uns soeben passiert ist: man wollte uns nicht einchecken lassen. Auch bei uns ein kleiner Adrenalinschock, Atemstillstand und Schweißperlen. Zum Glück sind wir früh dran und durch den Lufthansa-Pilotenstreik ist wenig los. Wir hetzen zum Condor-Ticketschalter. die Situation ist eindeutig, wir brauchen ein Rückflugticket aus Südafrika und zwar innerhalb 90 Tagen oder aber ein Visum.

Sch...

Ich erkläre unser Vorhaben, und der Condor Mitarbeiter telefoniert und versucht zu klären. Das Problem sei, dass es keine Garantie gäbe, dass wir Südafrika innerhalb dieser Zeitspanne verließen. Ich zücke alles, was ich an Papieren habe, auch die Kopie des CdP, ein Dokument welches eigentlich nichts aussagt - aaaaber seine Aufmerksamkeit erregt.

Ich erkläre, dass wir damit ja beweisen, dass wir mit dem Auto Südafrika wieder verließen. Was ich nicht sage, hiermit ist nicht bewiesen, dass das Auto in Südafrika bzw. auf dem Weg dorthin ist. Ich könnte auch unsere Heiratsurkunde zeigen, die sieht aber nicht so wichtig aus und beweist auch nichts. Jedenfalls wird eine Kopie gemacht und wir dürfen einchecken.

Mal sehen wie das morgen bei der Einreise in Kapstadt läuft...

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Do

04

Dez

2014

Gutes Omen

Diese Woche hat uns eine gute Freundin einen Reisebericht geschenkt, "Out in Africa" von Kari Kloth. Ein norddeutsches Pärchen erzählt von ihrer Reise von Südafrika bis nach Deutschland. Sie sind beide über 50 und mit einem selbst umgebauten Oldtimer-Truck unterwegs. Das Buch passt also irgendwie zu uns. Tina und ich haben beide die ersten Seiten gelesen und es ist für den Flug in meinem Handgepäck.

Heute morgen haben wir Zeit, unsere Sachen fertig zu richten und im Haus alles klar zu machen. Da kommt eine Nachricht von Sofie, ob wir ihr vom DM-Markt etwas mitbringen könnten. Da Tinas Auto abgemeldet ist, machen wir uns zu Fuß auf den Weg.

Als wir die Hauptstraße entlang laufen steht dort ein alter grüner Truck zum Reisegefährt umgebaut. Beim Näherkommen erkennen wir das Hamburger Kennzeichen. Es sitzt jemand drin und ich klopfe an die Scheibe: "Hallo Walther, ich bin Christian und Dein Auto heißt Trusty." Zuerst ernten wir einen ungläubig erstaunten Blick. Als wir dann aber erzählen, dass wir gerade das Buch lesen, heute abend noch nach Kapstadt fliegen um mit unserem eigenen Oldtimer ein halbes Jahr da unten unterwegs zu sein, spüren wir echte norddeutsche Freude. Walther gibt uns einige Tips und seine Kontaktdaten, wir unterhalten uns und versprechen in Kontakt zu bleiben, uns eventuell nach unserer Rückkehr sogar zu treffen. Wenn dies kein gutes Omen für unsere Reise ist!

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Fr

21

Nov

2014

Navigation

Freunde haben uns diverse Navigationshilfen geschenkt, mit dem Hinweis, dass wir den Heimweg wieder fänden.

Auch wenn die Karte etwas grob ist und die Navigationsinstrumente eine gewisse Fachkenntnis erfordern, bin ich mir sicher, dass es die Freunde mit der Rückkehr ernst gemeint haben ;-)

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Di

18

Nov

2014

Vorbereitungen für unsere Afrika Tour

Vorgeschichte

Ende 2013 haben Tina und ich beschlossen, einen Traum wahr werden zu lassen. Wir wollen eine längere Reise durch uns unbekannte Länder und Kulturen unternehmen, um von unserem Alltag Abstand zu gewinnen, Atem und Energie zu schöpfen und uns inspirieren  lassen.

Nachdem wir den Entschluss gefasst hatten, haben wir sofort mit der Umsetzung begonnen.

Wir haben einen Termin festgesetzt, unsere jobs gekündigt und...

...dann kam zuerst einmal ein großes dunkles Loch. Ist es richtig, einfach sein bisheriges Leben mit all der Sicherheit zu kündigen? Was ist mit der Unsicherheit danach wieder einen job zu finden, und findet man wieder in den Alltag? Was ist mit der Familie und den Freunden, die man zurück lässt? Viele Fragen hinterließen zuerst einmal eine Leere ohne Antwort. Drei Monate später waren wir durch diese Phase durch und begannen mit den ersten Vorbereitungen.

Vorbereitungen allgemein

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