Straße oder Flußbett?

In Otjiwarango besuchen wir Alex auf seiner Gästefarm. Wir hatten ihn in Maun, Botswana, kennengelernt. Er ist Tourguide in Namibia und wir waren uns sofort sympathisch, so dass wir den kleinen Umweg nach Otjiwarango gerne in kauf genommen haben. Auf dem wunderschönen Camp der Weaver Rock Gästefarm haben wir dann auch gleich zwei Nächte verbracht und haben gemiensam mit Alex unsere Route in den Norden Namibias geplant. Er ist ein absoluter Namibia Fan und kennt sich wirklich sehr gut aus. Dementsprechend hat er uns einige 4x4 Routen empfohlen, die weder im Reisehandbuch noch in der Karte verzeichnet sind. Die Routen sind zwar sehr abgelegen und anspruchsvoll, aber er meinte, wir wünrden das schon schaffen. Zur Sicherheit schenkt er uns einen zwar schon stark gebrauchten, aber nicht porösen Ersatzreifen. Unserer war zwar noch gut im Profil, hatte aber Altersrisse in den Flanken, und ich hatte schon immer Bauchweh mit dem Reifen. Und er schenkt uns einen 25 Liter Ersatzkanister, so dass wir die vorgeplante Route auf jeden Fall schaffen, ohne wegen Spritmangel liegen zu bleiben. Danke Dir Alex, wir werden uns revanchieren, wenn wir uns wieder sehen! Doch zuerst führt uns unsere Route in den Etosha Park. Wir übernachten in drei verschiedenen Camps und durchqueren den Park von Ost nach West. Der Westteil des Parks ist erst seit einem halben Jahr für Individual Besucher geöffnet, umso mehr freuen wir uns, auch diesen Teil zu sehen. Und wir sehen enorm viel. Endlich Löwen in freier Wildbahn, die sehr seltenen Spitzmaulnashörner, und wir beobachten einen Geparden am Wasserloch. Und dann natürlich Zebras, Giraffen, Elefanten und alles was Hufe hat. Der Park ist voller Tiere. Vom Westtor des Parks wollen wir dem Khowarib Canyon folgen, anstatt den großen Umweg über die normalen Pisten zu nehmen. Dies war eine Empfehlung von Alex. Um es vorweg zu nehmen, es war navigations- und fahrtechnisch eine große Herausforderung für uns. Zuerst ging es durch breite, flache Täler, und wir mussten schon verdammt aufpassen, um nicht versehentlich in ein falsches Tal abzubiegen. Doch dann wurde der Canyon enger. Nah am ausgetrockneten Flussbett entlang ging es über Felsen und weiche Sandpisten. Und irgendwann war der Canyon so schmal, dass wir in das Flussbett mussten. Da es die Tage zuvor geregnet hatte war das flussbett an vielen Stellen tief matschig. Glücklicherweise führte eine frische Reifenspur von trockener Sandbank links, durch festen Matsch in der Mitte, und dann wieder auf trockenen Kies rechts und irgendwann das Ufer wieder hoch, weil im Flussbett voraus Wasser stand. Wir bleiben auch mal stecken, und es ist wirklich kein Spaß bei über 40 Grad das Auto freiszuschaufeln. Wir können kaum die Schönheit des Canyons genießen, weil wir so angespannt sind, ob wir die Strecke schaffen. Eine Umkehr wäre wegen unserer Spritreserven schwierig geworden. Als uns die Spur ingendwannn wieder in das Flussbett führt sehen wir den Verursacher der frischen Reifenspuren. Es ist Magnus mit seinem Landy, den wir vom Etosha kennen. Er hat sein Auto gerade wieder ausgebuddelt, war an der steilen Uferböschung hängen geblieben. Gemeinsam meistern wir die restlichen 20 Kilometer, die es nochmals richtig in sich haben. Nber steilste Felsstufen geht es immer wieder in Seitenflüsse runter und an der anderen Seite hoch. Einmal befürchte ich sogar, dass das Auto kippen würde, glüncklicherweise fängt es sich gleich wieder. Abens am Campingplatz wird uns bewusst, was für ein unglaublich schönes Landschafts- und Offroad-Abenteuer hinter uns liegt.

Elefantenherde am Wasserloch im Etosha Park
Elefantenherde am Wasserloch im Etosha Park

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Kommentare: 4
  • #1

    Karin E-A (Montag, 27 April 2015 19:17)

    Waaaaahnsinn! Einfach nur gigantisch!
    Ich frage mich die ganze Zeit, was ihr nach dieser unendlichen Freiheit nach eurer Rückkehr im engen Deutschland macht?

  • #2

    Chris (Mittwoch, 29 April 2015 13:41)

    die Frage von Karin habe ich mir auch schon oft gestellt und bin mächtig gespannt auf die Antwort ;)

    Grüße
    Chris

  • #3

    Peter (Montag, 18 Mai 2015 21:40)

    Alles okay? Schon lang nichts mehr gelesen.?

  • #4

    Frank (Dienstag, 19 Mai 2015 12:58)

    Hallo Ihr beiden,
    ich vermisse weitere Reiseberichte. Oder habt ihr jetzt auf den "Altes-Ehepaar-Modus" umgeschaltet und es gibt nichts Neues ;-)
    Kann ich das Bier schon kalt stellen? Wann seid ihr wieder im Land?
    Die Fauna hier ist nicht ganz so spannend wie bei euch. Habe kürzlich einen Hund ohne Hundemarke gesehen, das war das wildeste hier.
    Ich hoffe, wir sehen uns bald mal wieder.
    Viele Grüße
    Frank