Danke, Franz!

Wir sind im ¨ echten¨ Namibia angekommen. Wir sind auf endlosen, einsamen Pisten unterwegs, wir haben die heiße Wüstenluft geatmet und den Sand unter unseren Füßen gespürt, und wir haben abends am Lagerfeuer unser Abendessen zubereitet, während sich ein unendlicher Sternenhimmel über uns erstreckt hat. Endlich. So haben wir uns das Reisen in Namibia vorgestellt. Windhoek haben wir Richtung Swakopmund an der Atlantik Küste verlassen. Wir waren froh, die Hauptstadt Namibias endlich verlassen zu können. Nach den ersten Stunden auf der Piste stelle ich fest, dass sich die Tankuhr nicht bewegt, das kann nicht sein, wir können unmöglich noch einen vollen Tank haben. Wir überprüfen die Kilometer, die wir seit dem letzten Tankstopp gefahren sind und überschlagen die noch vor uns liegende Strecke. Verdammt, das wird knapp. Realistisch gesehen, werden wir das garnicht schaffen. Das erste Mal nach 20.000 Kilometern in Afrika haben wir das rechtzeitige nachtanken schlicht verpennt. Da wir die Strecke sowieso nicht auf einen Rutsch machen wollen, übernachten wir in der wunderschön und abseits gelegenen Rooiklip Farm. Wir werden herzlich von Hannelore und Franz willkommen geheißen. Unser Camp liegt unter einem Felsvorsprung und wir sehen weit ins Farmland. Als wir am nächsten Morgen unser Spritproblem schildern, sind die beiden Gastgeber zwar hilfsbereit aber nicht begeistert. Die Farm liegt weit abseits, sowohl nach Swakopmund als nach Windhoek sind es zweihundert Kilometer. Man muss hier mit seinen Vorräten haushalten und kann sich nicht darauf einstellen, dass Touristen leichtsinnig ohne Sprit daher kommen. Das verstehen wir. Es gäbe für uns noch die Option nach Solitaire, ein kleiner Wüstenort zu fahren, das wären nur 120 Kilometer, aber ich bin nicht sicher, ob wir das schaffen. Da kommt Franz mit einem 25 Liter Kanister ums Eck und meint, er würde mit seinem Sprit die nächsten Tage klar kommen, bis er wieder in die Stadt käme. Super, wir freuen uns natürlich riesig und machen einen Gegenvorschlag. Er soll uns noch einen zweiten Kanister mitgeben, wir fahren nach Solitaire, machen unseren Tank und die Kanister voll, und sind am nächsten Abend wieder da. Dies beschert uns eine Rundfahrt an die Grenze der NamibWüste, wir lernen Rene vom Gecko Camp kennen, essen Apfelkuchen in Solitaire, das eigentlich nur aus der Tankstelle und einer Bäckerei besteht, und wir bewältigen noch einige Pässe. Nach dem heißen und trockenen Wüstenklima empfängt uns Swakopmund mit Kälte und Nebel. Die Stadt ist extrem Deutsch, es gibt Biergärten und Bäckereien, und die heißen auch so. Nicht etwa Beergarden oder Bakery. Abends sitzen wir am wärmenden Lagerfeuer, und nachts frieren wir in unseren Schlafsäcken. Deshalb geht es jetzt wieder in die Wüste. Wir fahren Richtung Norden durch den Namib-Naukluft Park, der Tank ist voll und der Ersatzkanister ebenfalls. Wir haben unsere Lektion (hoffentlich) gelernt. Und nochmals: Danke, Franz!

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Kommentare: 1
  • #1

    Bettina und Karsten (Samstag, 18 April 2015 17:56)

    Hallo Ihr Zwei ! Wir haben uns ja in Nata/Botswana das letzte mal gesehen und es freut mich das Ihr (und der Blaue ) noch gut drauf und unterwegs seid.Wenn Ihr runter nach SA fahrt könntet Ihr bei unseren Freunden Katrin und Janni auf der Jamaka-Farm in den Cederberg-Mountains ein paar tolle Tage verbringen.Ein Riesenplatz mit Naturpools und totale Ruhe. Es gibt auch Buschman-Paintings in der Nähe, Ihr wandert ja gerne....Bei uns gehts erst wieder im December los, vielleicht lasst Ihr Euer Auto doch noch ein bisschen stehen ? Alles Gute von hier , wir rennen im Hamsterrad aber die Vorfreude lässt uns durchhalten. Noch viele schöne Tage und nette Begegnungen wünschen Euch Eure 2 Pfälzer (mit Landy )