Fähre über den Zambezi

Zuerst einmal möchte ich ein persönliches Wort an die fleißigen blog-Leser richten. Die Statisik unserer webpage zeigt, dass wir pro Woche um die 500 Zugriffe auf unser Reisetagebuch haben. Dies und die Kommentare zu einzelnen Einträgen freut uns natürlich ungemein. Es ist schön zu wissen, dass sich so viele Menschen aus unserem Umfeld für uns und unsere Reise interessieren, und sich uns in irgendeiner Weise verbunden fühlen. Das tut wirklich gut und motiviert, das Reisetagebuch weiter zu führen, obwohl es nicht ganz einfach ist. Ich schreibe die Texte auf meinem kleinen tablet, und wenn wir dann mal WIFI (WLAN) haben, versuche ich diese hoch zu laden. Die Verbindungen hier sind aber - wenn vorhanden - sehr schlecht. Immer wieder ist die Verbindung unterbrochen, ich muss mich neu anmelden, die Seite neu starten, etc. Manchmal brauche ich eine Stunde und länger, nur um einen Text hochzuladen. Bilder ein zu stellen habe ich ganz aufgegeben, diese kommen erst nach unserer Rückkehr auf die Seite. Aber wir haben hier in Afrika inzwischen gelernt, dass Zeit eine andere Dimension hat. Zeit ist einfach da. Und solange ich warte und nichts tue, vergeht sie auch nicht. Für uns ganz schwer zu verstehen. Wir sind die letzten Tage den Zambezi entlanggefahren und sind jetzt in Shesheke. Unser Auto parkt unter einem riesigen Baobab. Er hat einen Durchmesser von 12 Metern und es gibt eine Faustregel, die besagt, dass der Durchmesser pro 100 Jahre einen Meter wächst. Das wären dann 1.200 Jahre, ein ganz schönes Alter. Der Baum hat schon lange gestanden, bevor die Kolonialisierung in Afrika begann. Auf unserem Weg mussten wir den Fluß mit einer Fähre überqueren, ein ganz besonderes Erlebnis. Als wir ankommen ist die Fähre auf der anderen Seite des Flußes. Es gibt ein paar Hütten auf unseer Seite, wo man sich die Wartezeit mit gekühlten Getränken und gebratenem Fisch vertreiben kann. Wir erfahren, dass die Fähre erst rüber kommt, wenn sie voll ist, das seien mindestens 4 PKW. Mit dem fernglas sehen wir, dass sich momentan kein Fahrzeug auf der anderen Seite befindet. Wir warten im Schatten einer Hütte mit weiteren zukünftigen Passagieren, die zu Fuss oder mit dem Fahrrad unterwegs sind. Wie gesagt, so lange man nichts tut, vergeht auch keine Zeit. Die Zeit bleibt also zuerst einmal stehen. Dann kommt ein LKW mit einigen Passagieren auf der Ladefläche an unserer Seite an. Inzwischen steht auf der anderen Seite ein PKW. Nichts passiert, die Zeit steht still. Ein weiterer LKW kommt auf unserer Seite an, und ein Polizei-Auto. Jetzt kommt doch Bewegung in die Sache. Auf der gegenüberliegenden Seite fährt der einzelne PKW auf die uralte Pontonfähre, und die setzt sich langsam in Bewegung. Mit der Polizei will es sich der Kapitän wohl nicht verscherzen. Wir fahren als erster auf die Fähre auf. Die Auffahrrampen bleiben auf beiden Seiten unten, so dass man sie als Ladefläche nutzen kann. Uns ist ein bisschen unwohl bei dem Gedanken, unser Auto könnte ins Wasser rutschen, und da kommt auch schon der Lademeister und legt einen Stein unters Vorderrad. Na, dann kann wohl nichts mehr passieren. Polizei und LKW fahren ebenfalls auf. Der letzte LKW steht mit seinen drei hinteren Achsen auf der Laderampe. Als der Kapitän die alten Dieselmotoren aufheulen lässt passiert zuerst einmal garnichts. Wir stecken fest. Das Gewicht des Lasters auf der Rampe ist zu schwer. Die Passagiere diskutieren, dass man hätte anders laden müssen, die Fahrzeuge nochmals runter sollten, und der Kapitän gibt abwechselnd dem rechten und linken Motor Vollgas, um die Fähre irgendwie frei zu bekommen. Einer der Matrosen kippt eimerweise kühlendes Wasser über die Ölverschmierten Motoren, damit diese bei der Vollast nicht überhitzen. Bei jedem Gasstoß spritzen Kühlwasser, Motorenöl und Diesel aus verschiedenen Leitungen. Jetzt nur nicht daran denken, dass die Motoren genau in dem Moment verrecken, wenn wir frei kommen. Einen Kilometer flussabwärts kommen nämlich die Sioma Wasserfälle, die wir später besuchen wollen - allerdings von Land aus und nicht vom Fluss. Natürllich schafft der Kapitän frei zu kommen, auch wenn er in der gleichen Zeit uns alle aus- und umsortiert wieder einfahren hätte lassen können. Wir erreichen sicher das andere Ufer - um ein kleines Abenteuer reicher. Übrigens, Ende des Jahres wird die neue Brücke über den Fluss voraussichtlich fertig sein. Dann wird die Fähre eingestellt werden.

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Kommentare: 2
  • #1

    Chris (Dienstag, 17 März 2015 16:15)

    puuuuh, da fällt mir aber ein Stein von den Sioma Wasserfällen... Schön das es euch immer noch gut geht.
    Halte euch weiterhin von allem was beißen, treten und spucken kann fern und passt auf euch auf.
    Grüße
    Chris

  • #2

    Karin E-A (Mittwoch, 18 März 2015 10:14)

    Also......zunächst bin ich echt froh, dass "die Sendepause" nur am fehlenden Internet Zugang lag.
    Weiterhin alle guten Wünsche für euer Afrika Abenteuer!
    Passt weiter auf euch auf!