Zurück in Zambia

Gestern sind wir unsere schlimmste Piste gefahren und waren am (scheinbar) drittschlimmsten Grenzübergang ganz Afrikas. Doch der Reihe nach. In Malawi haben wir drei Nächte im Lukwe Camp verbracht, 1000 Meter über dem Malawi See mit unglaublich schönem Blick auf diesen. Der Platz ist nachhaltig aufgebaut (kein Strom, Komposttoiletten, etc.) und unterhält ein ¨permanent agriculture¨ Projekt. Ein wirklich empfehlenswerter Camp in Malawi. Das Klima und die Moskitos angenehmer als am See. Danach sind wir das Seeufer entlang noch Norden gefahren, wo wir dann wieder ins Landesinnere durch das Gebirge Richtung Zambia gesteuert sind. In unserer Karte noch als Schotterstraße eingezeichnet, hatten wir wunderbaren Asphalt und haben die Strecke zügig gemeistert. Die Grenze nach Zambia hat nur einen ¨ Immigration¨ Posten und keinen Zoll. Also durften wir zwar einreisen, die Zollformalitäten allerdings mussten wir im 80 Kilometer entfernten Nakonde erledigen. An der Grenze sagte man uns zu den 80 Kilometer Piste nur, sie seien ¨horrible¨. Und das waren sie auch. Durch den anhaltenden Regen sind wir die teilweise ausgespülte, weggewaschene, tiefmatschige Piste in über 4 Stunden gefahren. Und dann kamen wir nach Nakonde, den wichtigsten Grenzübergang nach Tansania und dementsprechend belebt. Ein Gewusel in den Straßen, Händler, Busse, LKWs und immer wieder hängen Menschen an unseren Fenstern, die uns helfen wollen, was verkaufen wollen. Bis wir endlich am Zoll sind, sind wir schon völlig genervt. Um uns rum stehen Geldwechsler, Versicherungsagenten, und ¨ Assistenten¨, die uns bei der Abwicklung helfen wollen. Diese ist tatsächlich nicht einfach, denn es gibt zwar im Gebäude einige Schalter, allerdings ohne Beschriftung und mit langen Schlangen davor, aber die Zollabwicklung findet hinter unbeschrifteten Bürotüren in langen Fluren statt. Wir schaffen es irgendwie und verschwinden schnellstmöglich wieder. Nach einem langen und anstrengenden Tag finden wir einen gepflegten Campingplatz, und endlich mal wieder einen Reisenden mit Geländewagen. Tony hat vor 13 Jahren seine Frau verloren und spontan beschlossen die Welt zu bereisen. Inzwischen ist er zwei einhalb mal um den Globus gefahren, wirkt mit seinen inzwischen 70 Jahren etwas müde auf uns. Er gibt zu, dass ihn die Grenzen und Bürokratie hier in Afrika ziemlich an die Substanz gehen.Wir kochen für ihn und er spendiert seinen letzten Tetrapack Rotwein. Ein gelungener afrikanischer Abend.

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