Pioneer Camp

Die Grenze nach Sambia war wieder mal eine Geduldsprobe. Der Übertritt hat uns fast 250 Dollar gekostet. Sambia hieß früher Nordrhodesien. Die wirtschaftliche Situation in Sündrhodesien, heute Simbabwe, haben wir ja schon kennengelernt, umso gespannter waren wir auf dieses Land. Landschaftlich besteht zuerst einmal kein großer Unterschied. Nach der Grenze sieht es nicht viel anders oder sogar entwickelter aus. Nachdem wir einen Abstand zum Sambesi River haben, wird es hügeliger. Die vielen amerikanischen Trucks, die wir seit Botswana sehen, und mit denen wir uns immer mal ein kleines Rennen liefern, schnaufen ganz schön die Hügel rauf. An einem Pass passieren wir eine Truck-Unfallstelle, umgestürzte und in die Felswand gerammte Fahrzeuge, verlorene Ladung, ein Truck wird mitten auf der Straße in einer unübersichtlichen Kurve gerade repariert. Uns graust es vor diesen Hauptverkehrsadern, man sollte da wirklich immer vorsichtig und hellwach bleiben. Als wir Lusaka erreichen, wissen wir, Sambia ist viel besser entwickelt. Eine moderne Stadt, was auffällt ist die Sauberkeit in den Straßen. Kein Müll, die Gehwege überwiegend ordentlich und nur wenige fehlende Pflastersteine, die Straßen kaum Schlaglöcher, funktionierende Ampeln und ringsum Geschäfte und Straßenhändler. Das war in Harare ganz anders. Spannend sind die Straßenverkäufer, die zwischen den Fahrbahnen im Stau ihre Waren den wartenden Autos anbieten. Wir fragen uns, wer Schuhe, Hosen, eine Sambia-Wandkarte oder ein Bild des Präsidenten während der langsamen Staufahrt kauft? Offensichtlich gibt es aber Käufer, sonst gäbe es keine Verkäufer. Spät kommen wir am Pioneer Camp östlich Lusakas an. Hier gibt es nicht nur eine Bar, sondern auch wieder Wifi. Also gönnen wir uns einen Ruhetag. Bei einem Zeltnachbarn - der einzige übrigens - dürfen wir unser Bier in den Kühlschrank stellen, Strom gibt es nämlich nur für ihn. Aber Peter lebt hier auch schon seit drei Jahren und arbeitet auf einer Farm. Vielleicht nächstes Jahr schon will er seine Frau her holen, die Kinder sind inzwischen zu alt, die werden kaum noch mit kommen. Wir können uns kaum vorstellen, wie er zu leben. Im Gegensatz zu ihm und seiner Frau, sind wir nämlich täglich 24 Stunden zusammen. Auch eine Herausforderung.

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