Simbabwe

Gestern sind wir nach Simbabwe eingereist. Wir haben sowohl in Südafrika als auch in Botswana viele Weiße und einige Schwarze gesprochen, die ursprünglich aus dem Land stammen. Sie alle haben uns vor der großen Armut und vor Korruption gewarnt, so dass wir mit etwas gemischten Gefühlen zur Grenze gefahren sind. Das für uns Europäer ungewohnte Grenzprozedere ging relativ schnell. Zwei Stunden später und fast 200 US Dollar leichter betreten wir simbabwischen Boden. So viel kosten Visa, Autoversicherung und Straßenbenutzungsgebühr. Trotzdem gibt es auf den großen Verbindungsstraßen Mautstationen, wo man nochmals abkassiert wird. In Simbabwe wird komplett mit US Dollar bezahlt, die eigene Währung gibt es nicht mehr. Die kleinen Dollarscheinesind inzwischen so abgegriffen, schwarz, unleserlich, und brüchig, dass man sie kaum in den Geldbeutel stecken möchte. Nach der Grenze haben wir auf den nächsten zwei Kilometern noch drei Polizeikontrollen, aber die verlaufen freundlich korrekt, man will wissen woher wir kommen und wohin wir gehen, das Auto wird kurz angeschaut, ob wir die vorgeschriebenen Reflektorstreifen angebracht haben, und das war es dann schon. Dies war heute allerdings anders. Nach unserer Übernachtung in Bulawayo, einer Millionenstadt, sind wir unterwegs nach Great Zimbabwe, Unesco Weltkulturerbe und wichtigste Ruinen Afrikas südlich der Sahara. In Masvingo werden wir von einer Zivilstreife angehalten. Ich werde beschuldigt eine durchgezogene Fahrbahnlinie überfahren zu haben. Wir sollen mit der Streife zur Polizeistation fahren, wo wir bis Montag warten müssen. Dann soll ich dem Richter vorgeführt werden. Voraussichtliche Strafe 250 Dollar. Ich sitze im Fond des Polizeiwagens, argumentiere, erkläre und versuche sehr freundlich die Situation zu entschärfen, während ein Monsunregen niederprasselt. Irgendwann ist es den beiden dann wohl zu blöd, sie kommen mit mir nicht weiter und ich bekomme eine Verwarnung. Jetzt sitzen wir mutterseelenalleine auf dem Campingplatz des Weltkulturerbes. Es gibt keinen Strom und die Sanitäreinrichtungen waren sicherlich mal schön und sauber... Aber ich muss wieder einmal feststellen, die Menschen sind von großer Herzlichkeit und wir werden auch hier von (fast) allen herzlich willkommen geheißen.

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