Vorbereitungen für unsere Afrika Tour

Vorgeschichte

Ende 2013 haben Tina und ich beschlossen, einen Traum wahr werden zu lassen. Wir wollen eine längere Reise durch uns unbekannte Länder und Kulturen unternehmen, um von unserem Alltag Abstand zu gewinnen, Atem und Energie zu schöpfen und uns inspirieren  lassen.

Nachdem wir den Entschluss gefasst hatten, haben wir sofort mit der Umsetzung begonnen.

Wir haben einen Termin festgesetzt, unsere jobs gekündigt und...

...dann kam zuerst einmal ein großes dunkles Loch. Ist es richtig, einfach sein bisheriges Leben mit all der Sicherheit zu kündigen? Was ist mit der Unsicherheit danach wieder einen job zu finden, und findet man wieder in den Alltag? Was ist mit der Familie und den Freunden, die man zurück lässt? Viele Fragen hinterließen zuerst einmal eine Leere ohne Antwort. Drei Monate später waren wir durch diese Phase durch und begannen mit den ersten Vorbereitungen.

Vorbereitungen allgemein

Wichtig war, dass wir einen konkreten Abreisetermin festgelegt hatten. Ab März ging es an die Planung. Wir haben zusammen getragen, was alles erledigt und vorbereitet werden muß, mit jweiligem Termin. Wir haben uns intensiv im Internet Reiseseiten und natürlich die Seite des Auswärtigen Amtes studiert. Eine unserer wichtigsten Quellen. Denn von vornherein war es klar, dass wir das Reisen genießen, und keine unkalkulierbaren Risiken eingehen wollen. Sicherlich gibt es viele Menschen, die auch unsere Reise als unkalkulierbares Risiko ansehen, vielleicht habe ich irgendwann mal die Muse dieses Thema aus meiner Sicht zu erläutern.

Motorradvorbereitung

verschiedene "Vorbereitungs-Touren" halfen uns, die Motorrad-Ausrüstung zu optimieren.
verschiedene "Vorbereitungs-Touren" halfen uns, die Motorrad-Ausrüstung zu optimieren.

Es war ganz klar, dass wir mit dem Motorrad reisen werden. In der Einleitung habe ich die Gründe hierfür schon genannt. Das Motorrad hat uns auf unseren bisherigen Reisen immer nah an die Menschen gebracht. Das Erlebnis von Landschaften ist intensiv und die Beschränkung unseres Gepäcks auf das Wesentliche vergrößert den Abstand zu unserem überfrachtetem Wohlstands-Leben.

Dementsprechend haben sich viele Vorbereitungen um das Thema Motorrad gedreht. Wir haben Zubehör gekauft und installiert, haben unsere Ausrüstung bezüglich Gewicht, Volumen und Notwendigkeit ergänzt, ausgetauscht oder weg gelassen. Der Transport per Luftfracht wurde genau gecheckt. Eine der letzten Vorbereitungen war, dass ich Vorderrad und Windschild abgebaut habe, die Koffer platzsparend neben die Maschine gestellt und mit Hilfe von Schienen das Mass für die Transportkiste festgelegt hatte.

Die nächsten Tage sollte es dann zum Baumarkt gehen, um das Material für die Kiste zu besorgen.

Wie bekommt man Motorrad und Koffer in eine möglichst kleine Transportkiste?
Wie bekommt man Motorrad und Koffer in eine möglichst kleine Transportkiste?

Das Auto - unser Pickup

Erste Begegnung mit unserem Pickup
Erste Begegnung mit unserem Pickup

Und dann kam wieder mal alles ganz anders.

Durch einen Zufall bin ich auf diesen 35 jahre alten, charmanten Pickup gestoßen. Ich habe nach wie vor ein faible für alte Fahrzeuge, allerdings mehr für Motorräder als Autos, weil ich durchgerostete Bleche einfach Scheiße finde. Da habe ich schon mit dem ersten Opel Kadett C vor 30 Jahren gehardert, als er mir an Schweller und Kotflügel häßliche Löcher gezeigt hat.

Aber diesen Toyota habe ich sofort in mein Herz geschlossen. Er erinnerte mich an meinen geliebten gelben FJ-Cruiser, ist aber deutlich robuster und hat eine simple Technik.

Als Tina dann auch noch zugab, lieber mit diesem Auto als mit dem Motorrad unterwegs zu sein, gab es kein zurück. Die Kiste wurde gekauft.

Marcel, der dieses Auto vor 18 Jahren mal aufgebaut hatte und den deal mit dem Vorbesitzer abwickelte, räumte alle anderen Projekte aus seiner Garage, und wir bauten das Auto zum Reisefahrzeug um.

Nochmals vielen vielen Dank an Dich, Marcel!

Das Auto war technisch top, wir mussten lediglich Gepäck, Fahrzeug-Ausrüstung und Dachzelt irgendwie verstauen.

Übrigens, unsere Freunde reagierten fast durchweg positiv, so dass wir Fahrzeugausrüstung wie Sandbleche, HiLift, Bergegurt und einiges mehr spontan ausgeliehen bekamen, das Dachzelt sogar geschenkt.

Also nochmals ein Dankeschön, Wiedi und Til!

Wir hatten noch 5 Wochen bis das Auto in einen Container geladen werden musste. Was musste erledigt werden?

  • Gestell zur Montage des Dachzelts über der Ladefläche
  • Besorgen von Alukisten für unser Gepäck
  • Montage der Alukisten auf der Ladefläche
  • Entfernen der zusätzlich eingebauten 12-Volt-Verkabelung und Umrüstung aller Verbraucher auf die im Fahrzeug verbaute 24-Volt-Versorgung
  • Einbau von Halterungen für Sandbleche, Ersatzrad, Wagenheber, etc.
  • Einbau von Werkzeugbox, Kühlbox und diversen Staumöglichkeiten in der "Anderthalb"-Kabine
  • Einbau von anständigen Sicherheitsgurten
  • Einbau eines Kompressors um die Reifen nach Sandpassagen wieder aufzupumpen

...und vieles mehr. Es musste geschweißt, gestrichen, gesägt, besorgt, geschraubt und viel überlegt werden, wo was denn am besten hinpasst. Es war anstrengend, hat aber gleichzeitig unglaublich viel Spaß gemacht.

Nebenbei musste ich den Fahrzeugtransport nach Afrika organisieren, eine Oldtimerversicherung auftreiben, internationale Papier sowie das berüchtigte Carnet de Passage organisieren und noch Dutzende Kleinigkeiten erledigen.

wie bekommen wir Gepäck und Ausrüstung "Diebstahl-sicher" auf die Ladefläche?
wie bekommen wir Gepäck und Ausrüstung "Diebstahl-sicher" auf die Ladefläche?
Das Dachzelt funktioniert schon mal
Das Dachzelt funktioniert schon mal
erste Probe- und Erkundungsfahrten in unserer wunderschönen Region
erste Probe- und Erkundungsfahrten in unserer wunderschönen Region
Der "Alte" geht der "Neue" kommt, die Tina freut's
Der "Alte" geht der "Neue" kommt, die Tina freut's

Dann ging es an's Verschiffen. In 9 Stunden bin ich im LKW-Tempo nach Rotterdam gefahren, habe mich im Hafen selbstverständlich mehrfach verfahren und bin dann doch irgendwann in dem Lagerhaus angekommen, in dem der Toyota in den Container sollte. Allerdings erst am Montag, ich war aber schon am Freitag da.

Ein komisches Gefühl, das Auto mit dem ganzen Gepäck - unabgeschlossen und mit steckendem Zündschlüssel - abzugeben.

Bei der eigentlichen Verladung war dann aber Harry dabei. Wir teilen uns einen Container, und er hat Bilder gemacht.

im Lagerhaus in Rotterdam
im Lagerhaus in Rotterdam
ab geht's in den Container
ab geht's in den Container

...und jetzt können wir nur noch per Schiffs-Tracking verfolgen, ob "unser Schiff" pünktlich auf Kurs Kapstadt ist

Route

Durch die Wahl des Autos anstatt Motorrades als Reisefahrzeug hat sich auch die geplante Route geändert. Einen Container mit Auto nach Kenia zu schicken ist zwar theoretisch möglich, praktisch aber sehr teuer und zeitaufwändig. Ohne Schmiergeld und Agenten ist es für einen Europäer fast unmöglich das Auto aus dem Hafen und durch den Zoll zu bekommen, das haben wir mehrfach gelesen. Wartezeiten von einem halben Jahr seien nicht aussergewöhnlich.

Also haben wir umdisponiert. Die Containerverschiffung nach Südafrika ist einfach und relativ preisgünstig. Als Zielhafen und gleichzeitig unseren Startpunkt haben wir Kapstadt gewählt.

Von dort geht es an der Ostküste über Mocambique nach Tanzania. Von dort über Malawi, Zambia, Zimbabwe und Botswana nach Namibia.

Ob wir die Schleife von Tansania aus nach Burundi, Ruanda und Uganda noch machen werden, lassen wir im Moment offen.

Sofie

Sofie, meine Tochter, hatte beschlossen,  nach ihrem Abi ein freiwilliges soziales Jahr im Ausland zu verbringen. Jetzt ist sie schon seit Ende August in Kapstadt und betreut dort Vorschulkinder für eine deutsche Hilfsorganisation.

Man kann sich denken, dass wir uns unglaublich freuen, Sofie in Kapstadt zu sehen. Und wir haben unser Auto natürlich vollgepackt mit ihren Geburtstagsgeschenken, und Geschenken für Ihre Kinder.

Haus

Damit es uns bei all den Vorbereitungen nicht allzu langweilig wird, haben wir nach den Sommerferien noch einige Renovierungsarbeiten an unserem Haus machen lassen. Wir ließen eine neue Haustür einbauen, das Dach neu eindecken und den Wintergarten sanieren.

Das waren Baustellen, die wir bei unserer Rückkehr nicht offen haben wollten.

Doch jetzt ist auch hier alles erledigt.

Aussichten

So, ich hatte meinen letzten Arbeitstag und könnte in aller Ruhe die letzten Vorbereitungen treffen. Leider habe ich mir jetzt aber ausgerechnet eine ziemlich üble Schleimbeutelentzündung am Ellbogen eingefangen und dieser muss operativ entfernt werden. 10 Tage vor unserem Abflug ist die OP, allerdings ambulant. Es bleibt also spannend.


Der erste Blogeintrag für unsere Afrikareise ist etwas länger ausgefallen, ich werde nicht versprechen, dass ich in dieser Ausführlichkeit weiter berichte.

Ausserdem hatte ich mit unserer Internet-Seite zu kämpfen - der "alte" blog unserer Hochzeitsrallye hängt unter diesem Eintrag an. Das ist jetzt halt mal so, bitte nicht daran stören.

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Kommentare: 10
  • #1

    Moni Eger-Weess (Mittwoch, 26 November 2014 18:46)

    WOW! Ich finde das Klasse und bin schon total gespannt auf eure Berichte. Habt eine supertolle Reise, viele interessante Begegnungen und spannende Erlebnisse und passt auf euch auf. Ganz, ganz liebe Grüße!

  • #2

    El-Alem, Karin (Mittwoch, 26 November 2014 20:50)

    Reha Saida - Gute Reise

  • #3

    Peter Brück (Mittwoch, 26 November 2014 20:53)

    Hallo Ihr zwei, was soll ich sagen? Vor allem: Respekt!!! Und auch ein wenig Neid! Grundlegend habt Ihr Recht, Eure Beweggründe verstehe ich und kann sie gut nachvollziehen (gerade in der derzeitigen "stillen" Zeit in unserer Branche). Aber das ist schon eine wirklich große Tour!
    Ich freue mich auf Eure Reiseberichte - von unterwegs und beim sicher nachfolgenden Fotoabend.
    Ich drücke Euch beide Daumen und passt gut auf Euch auf!

  • #4

    Wolfgang (Donnerstag, 27 November 2014 08:34)

    Guten Morgen,
    gute Entscheidung, primär das südlichere Afrika zu erkunden.. Der Norden und Westen ist ja gerade nicht allzu 'reisefreundlich'.. Viel Spass euch beiden und eine sichere Heimkehr wünscht Wolfgang

  • #5

    Frank Gögel "Masharia" (Donnerstag, 27 November 2014 15:43)

    Dann mal Safari njema,
    Passt auf euch auf.
    Und wie gesagt meine Nummer habt ihr ja... wenns irgendwelche Probleme rund um Kenya,Uganda, Zambia gibt.. da hab ich Kontakte die euch eventuell helfen könnten.
    LG Frank

  • #6

    Tante Rita und Onkel Wolfgang aus Oldenstadt (Donnerstag, 27 November 2014 22:17)

    Liebe Tina, lieber Christian,
    Wir wünschen Euch eine glückliche Reise, viele schöne Erlebnisse und Eindrücke. Gebt auf Euch acht und kommt gesund wieder nach Hause.
    Wir werden Eure Berichte regelmäßig verfolgen und sind sehr gespannt darauf.
    Viele Grüße aus der Lüneburger Heide

  • #7

    Tina (Dienstag, 02 Dezember 2014 21:21)

    Danke an Euch Alle... Wir werden auf uns aufpassen und versprechen Euch nach unserer Reise einen Rucksack voller Abenteuer aus Afrika dabei zu haben, den wir gern mit Euch teilen möchten.

  • #8

    olli.ba@web.de (Dienstag, 02 Dezember 2014 23:14)

    hey leute,
    einmal werden wir noch wach . . . .
    wünsch euch einen super start und alles gute,
    und denkt dran :
    dunkel die andere seite ist . . ;-)
    haut rein und versorgt uns mit news,
    und ansonsten in alter frische:
    bis bald, auf einige tassen ol-brew,
    passt auf euch auf !!!
    ciao olli

  • #9

    Chris (Sonntag, 07 Dezember 2014 10:26)

    Lieber Christian,
    wo immer Du/ihr gerade steckt, wünsche ich Dir alles erdenklich Gute zum Geburtstag. Lass es Dir gut gehen und genieße die Zeit.
    Alles Liebe und Gute
    Chris

  • #10

    Frank Masharia (Mittwoch, 27 Mai 2015 16:58)

    Hey toll was bei euch so geht,
    das mit dem " mach mal Platz Dicker" Zitat... scheint ein bisschen stimmen was ich da so an Bildern gesehen habe.

    Huhu.
    Wann seit ihr denn zurück?
    Liebe Grüße

    Frank