Prolog

das Schweinchen mit Freund Elvis
das Schweinchen mit Freund Elvis

Hallo, ich bin das Schweinchen. Als Glücksbringer fahre ich schon viele Jahre bei Tina im Auto mit. Seit sie den Führerschein hat habe ich schon viele wundervolle Kilometer mit ihr zusammen zurückgelegt, sie nennt mich deshalb auch liebevoll ihr „Glücksschweinchen“.

Dieses Frühjahr hat Tina mich nun ihrem Freund Christian ausgeliehen. Christian ist mit einem alten Auto von Deutschland nach Jordanien gefahren, und da Tina ein bisschen Angst um ihren Christian hatte, dachte sie, es würde sicherlich Glück bringen, wenn ich bei der Tour dabei wäre und ein bisschen aufpasse. So bekam ich in dem alten BMW einen bequemen Platz auf dem Armaturenbrett, weich auf Kuhfell gebettet. Gemeinsam haben wir Österreich, Ungarn, Slowenien, Kroatien, Rumänien, Bulgarien, Griechenland, die Türkei und Syrien durchquert und sind letztendlich sicher in Jordanien angekommen. Dort haben wir dann auch nochmals viele hundert Kilometer zurückgelegt und das Land erkundet. Es gab Pannen unterwegs, es war anstrengend und aufregend, mal hat es geregnet, dann war es wieder unerträglich heiß. Die Straßen verdienten manchmal die Bezeichnung nicht, sondern waren schlaglochübersäte Offroadpisten, und in Jordanien ging es dann sogar „richtig“ in die Wüste. Aber ich habe einen neuen, extrem charmanten, Freund gewonnen: Elvis.

Elvis stand die ganze Fahrt neben mir auf dem Armaturenbrett. Mit seinem sexy Hüftschwung hat er mich manchmal wahnsinnig gemacht, ich fand ihn soooo erotisch. Er war immer gut drauf, hat seine songs geträllert. Je schlechter die Straßen umso mehr hat er aufgedreht. Und wenn die Fahrbahn glatt war, hat er mir die schönsten Liebeslieder vorgesungen…“are you lonesome tonight…“ Da wurde ich ganz schwermütig und hatte Heimweh nach Tina, und ich habe gemerkt, dem Christian ging es genau so.

Elvis blieb im BMW in Jordanien. Er hatte zwar schon ein bisschen Angst davor, was dort wohl mit ihm passieren würde. Andererseits haben die Jordanier einen Hang zur Verschönerung ihrer Autos, und deshalb hatte er Hoffnung und freute sich auch darauf seine songs zukünftig zu orientalischen Klängen dar zu bieten.

Ich wurde zum Heimflug in den Rucksack gepackt, und da machte ich schon wieder eine neue Bekanntschaft, mit einem Kamel. Ein jordanisches, süßes, kuscheliges Plüschkamel. Wir haben uns auf Anhieb gut verstanden. Die Bekanntschaft war allerdings kurz. Nach meiner Ankunft in Deutschland wurde ich sofort von Tina in die Arme geschlossen und begleite sie seither wieder in ihrem Auto, „home sweet home“. So weit ich das mitgekriegt habe, fährt das Kamel bei Christian im Auto mit. Und ich habe noch etwas mitgekriegt: Wenn ich die Telefonate zwischen Tina und Christian richtig gedeutet habe, dann wollen die beiden nächstes Jahr gemeinsam nach Jordanien fahren. Wenn dem so ist, dann werden wohl das Kamel und ich mit von der Party sein. Das hört sich doch spannend an, oder?

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